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Willkommen bei der BIA

 

Advent im Garten

Klein aber fein: Das ist das vorweihnachtliche Event: Advent im Garten. Am 1. Dezember öffnet die Familie Arnhold in der Stefanstr. 34 zum dritten Mal Ihren Garten. Hinter dem grauen Eingangstor erwartet den Besucher ein bezaubernd weihnachtlich geschmückter Hof mit Lichterketten, offenem Feuer und weihnachtlicher Musik. Andrea Arnhold dekoriert geschmackvoll das Anwesen, bastelt kleine erwerbliche Geschenke und Leckerein. Für den Hunger gibt es die weltbesten Crepes von Elvira, Kuchen, Suppe und Würstchen.  

Jedes Jahr ist es ein stimmungsvoller Weihnachtszeiteinstieg ohne Rummel und Kommerz bei dem man gemütlich einen Punsch oder Glühwein trinken kann. Der Erlös der Veranstaltung geht an die BIA - kommt zahlreich!

 

 

 

 

 

Ibrahim Alhosen: ein junger Mann mit vielen Talenten

 Obwohl Ibrahim erst seit fast genau 2 Jahren Deutsch lernt, ist sein Deutsch sehr gut verständlich und flüssig. Als einer der ersten „unserer“ Geflüchteten  wird er demnächst mit einem Kurs auf C1-Niveau beginnen, ein Niveau, das schon sehr nah an Muttersprachlernniveau rankommt (es folgt auf die Niveaustufen A1, A2, B1 und B2). Begonnen hat er mit dem Deutschlernen erst, als er nach St. Leon-Rot kam. 

Dabei kam ihm sicherlich zugute, dass er bereits in seiner Heimat selbst als Lehrer gearbeitet hatte. 5 Jahre hatte er in seiner Heimatstadt Deir ez-Zor, einer 300 000-Einwohner-Stadt (mit Umland rund 1 Million Einwohner, jedenfalls vor dem Krieg, berichtet Ibrahim) im Osten Syriens an der dortigen Al-Furat-Universität studiert und danach etwa 1,5 Jahre als Arabischlehrer an einer Grundschule gearbeitet.

Den heraufziehenden Bürgerkrieg hatte man schon ab 2011 in seiner Heimatstadt mitbekommen. „Ab Mitte 2011 bis ungefähr Juli 2012 gab es Proteste gegen Assad“, so Ibrahim, „dann hat die Offensive der Regierung und damit der Bürgerkrieg in Deir Ez-Zor begonnen“. Die Stadt wurde am 1. August 2011 durch Scharfschützen und Panzerverbände der Regierung besetzt. Dabei sollen laut von Al Jazeera verbreiteten Oppositionsangaben 25 Menschen umgekommen sein. (Quelle Wikipedia mit weiterem Verweis).

Es klingt skurril für unsere Ohren, wenn er folgendes berichtet: „Das war aber noch okay. Es war gefährlich in der Stadt, es gab Bomben und Raketen, aber man konnte irgendwie leben. Man konnte noch machen, was man will.“ Anders wurde es erst Ende 2014, zu diesem Zeitpunkt besetzte die radikalislamische Terrororganisation die Stadt und wollte sie auf Grundlage der Scharia regieren. „Für Lehrer hat das bedeutet, entweder ihre Ideologie zu verbreiten, oder aufzuhören, zu arbeiten. Ich habe auch von einem Lehrer gehört, der getötet wurde, weil er sich widersetzt hat.“ Viele Kollegen hätten den Dienst quittiert und das Land verlassen. „Das was wir unterrichten sollten, war alles falsch, ich wollte das nicht.“  Seinen Entschluss, das Land zu verlassen fasste Ibrahim einige Monate später, es war nun schon 2015 und er ohne Arbeit und Perspektive. Seine Eltern unterstützten in finanziell bei der Flucht. Seine erste Anlaufstelle war seine Schwester in der Türkei, die Perspektive dort war jedoch auch nicht besser. So nahm Ibrahim – wie die meisten syrischen Flüchtlinge, die es bis nach Europa schaffen- die Balkanroute: Mit dem Schlauchboot von der Türkei nach Griechenland, dann mal zu Fuß, mit Auto, Bus oder Zug quer durch Mazedonien, Serbien, Ungarn, Österreich bis nach München, wo er im Dezember 2015 ankam. „Es war wirklich schlimm“, berichtet Ibrahim. Hier weiterlesen....

 

Familie Alwan würde sich sehr über Ihre Hilfe freuen!

Familie Alwan kommt ursprünglich aus Idlib in Syrien. Idlib liegt im Norden des Landes in der Nähe der Großstadt Aleppo und war eine der bis zuletzt am stärksten umkämpftesten Städte Syriens, nach wie vor finden dort Gefechte zwischen den verschiedenen Konfliktparteien statt. Die Provinz ist die letzte verbliebene Rebellenhochburg Syriens. Islamistische Gruppierungen haben in der Provinz die Kontrolle. Noch. Syriens Präsident Baschar al-Assad will Idlib lieber heute als morgen zurückerobern. Nach bewährtem Muster. Bombardement, Blockade, Einmarsch. Idlib ist zugleich die Hauptstadt der Provinz Idlib. Die Provinz war mit ihrer strategisch wichtigen Lage im Syrischen Bürgerkrieg seit 2011 Schauplatz schwerer Kämpfe und Ziel zahlreicher Luftangriffe. Nachdem die Kämpfer der Terrororganisation IS weitgehend vertrieben waren, wurde das Gouvernement im Sommer 2017 in weiten Teilen von Angehörigen der dschihadistischen Gruppierung HTS kontrolliert, die ihren Nachwuchs an Kämpfern aus Flüchtlingslagern rekrutierten. Auch die Rebellen von Aleppo zogen sich nach dem Fall der Stadt nach Idlib zurück.

Weil die Regierung Assad zahlreichen Gegnern bei Kapitulation freies Geleit nach Idlib zusicherte haben sich dort mit der Zeit zusätzlich zu den 1,6 Millionen ursprünglichen Provinzeinwohnern bis 2018 etwa eine Million Flüchtlinge gesammelt. Dahinter sehen Viele strategische Überlegungen. (Quelle: Wikipedia/tagesschau.de).

Der Vater Hussein arbeitete in seiner Heimat als Taxi- und als LKW-Fahrer. Mit seiner ersten Frau, die leider schon verstorben ist, hatte er bereits mehrere Kinder, die inzwischen erwachsen sind und nicht mit nach Deutschland gekommen sind. Nur der jüngste, Mohammad, verließ mit Vater und Stiefmutter Zakieh im Jahr 2012 das Land, als die ersten Angriffe der Assad-Regierung auf die Stadt erfolgten. Zunächst floh die Familie in den nahgelegenen Libanon, wo sie vier Jahre blieben. Dort kamen Mohammeds Halbgeschwister Lamar und Raneem auf die Welt. Die Situation im Libanon ist jedoch sehr angespannt. Zum einen prägen konfessionelle Konflikte das Land, das selbst in den 90ern des letzten Jahrhunderts von Bürgerkrieg verwüstet wurde. Zum anderen ist fast jeder zweite Bewohner des Landes ein Flüchtling aus Nachbarländern – eine Situation, die Kanzlerin Merkel bei ihrem Libanonbesuch im Juni zu Hilfszusagen an das kleine Land bewegt hat. 1,2 Millionen Flüchtlinge kommen auf nur 4 Millionen Einwohner. Eine Konstellation, die auch Familie Alwan dazu bewegt hat, das Land zu verlassen. Fehlende Arbeitsmöglichkeiten und wachsender Rassismus gegen die „Ausländer“ taten ihr übriges. Nach 25 Tagen in der Türkei setzen sie mit dem Schlauchboot nach Europa über und kamen  von Mazedonien über Kroatien, Slowenien und Österreich Anfang 2016 nach München...weiterlesen hier

 

Unsere Deutschkurse

Nachdem zu Beginn die Nachfrage an Anfängerkursen sehr hoch war, hat sich der Bedarf inzwischen geändert. Viele Geflüchtete sind bereits in Arbeit, Ausbildung oder haben ein gutes Deutschniveaus. Heute begleiten wir gezielt die Integrationskurse der Bildungsträger, haben einen Frauenkurs, bei dem die Kinder mitgebracht werden können oder untertützen Auszubildende in der Berufsschule. Außerdem bieten wir Hausaufgabenhilfe für Schüler sowie Matheunterricht für Erwachsene an. Ute von Hahn, Arbeitskreis Sprecherin im Bereich Bildung, berichtet über zunehmende individuelle Unterstützung, die in Tandems oder Kleingruppen geleistet wird. Hierfür suchen wir - trotz großem Team - auch noch ehrenamtliche Helfer.

Wer gerne Individalunterricht geben möchte, bitte einfach eine Mail schicken an:

bildung@asyl-st-leon-rot.de

 

Interkulturelle Woche

„Vielfalt verbindet“ ist das überregionale Motto der Interkulturellen Woche. Dass ein friedliches Zusammenleben, Toleranz und Respekt gegenüber allen Menschen, keine Selbstverständlichkeit ist, lesen wir derzeit in allen Medien bei der Berichterstattung über die Geschehnisse von Chemnitz bis Wiesloch. Mit unserer Veranstaltungsreihe während der Interkulturellen Woche, in der wir unter anderem über Afghanistan und die Situation in den afrikanischen Ländern informieren, bieten wir die Gelegenheit, aus erster Hand Informationen zu erhalten. Wir laden die Bevölkerung ein, teilzunehmen, Fragen zu stellen und zum offenen Dailog. Für mehr gegenseitiges Verständnis und Respekt.

Das Programm

Sonntag, 23.09., 19 Uhr, Pfarrsaal Katholische Kirche, Rot

Filme und Gespräche über Afghanistan:

„Kultur kennt kein Heimweh“

Präsentiert werden die Filme von Mohammad Hassan Nazeri, Regisseur und Filmemacher aus Afghanistan sowie Organisator des Internationalen Filmfestivals in Ladenburg. In Deutschland hält der Kulturschaffende Vorträge über die Situation in Afghanistan, produziert Dokumentarfilme und engagiert sich in zahlreichen kulturellen und politischen Projekten. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Es werden drei Kurzfilme gezeigt:

  • Mohammad Hassan Nazeri: Sein Hintergrund, seine Motivation, sein Wirken

  • The Silent Scream: Die Situation der Schulkinder in Waras, Afghanistan

  • Afghanische Musiker in Hamburg - neuer Anfang/Neue Heimat: NDR-Produktion

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Dienstag, 25.09.18, 19 Uhr, Theaterzimmer der Kastanienschule Rot

Vortrag

Europa – Afrika: Abschottung und Rücknahmedeals: Wie sich die reichen Industrieländer Europas ihrer Verantwortung für den afrikanischen Kontinent entledigen

Die Gründe, warum Menschen aus Afrika nach Europa flüchten, sind vielfältig. Sie werden ebenso zur Sprache kommen wie die Afrikapolitik der EU in Zusammenhang mit Flucht und Migration. McGinley berichtet auch über die Situation in Libyen sowie die Seenotrettung im Mittelmeer.

Im Anschluss daran: Traditionelle Musik aus Gambia

Landing Jobarteh kommt aus Gambia aus einer Griot-Familie. Griots sind Musiker und Dichter, die Geschichten überliefern. Landing Jobarteh spielt Kora, ein traditionelles, einunzwanzig-saitiges Instrument, er singt und wird von einem Djembe-Spieler begleitet.

Die Veranstaltung findet mit Unterstützung der Scheinwerfer 87 St. Leon-Rot e.V. statt.

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Samstag, 29.09.18, 10 bis 16 Uhr, vor dem dm-Markt im Schiff

Ein Ort – viele Geschichten Eine öffentliche Aktion von Jugendlichen des JUZ, (Jugendzentrums) und den Konfirmanden der evangelischen Kirche

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Sonntag, 30.09.18, 10 Uhr

Erntedankgottesdienst der Evangelischen Kirche
 

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Zum ersten Mal beteiligen sich die Gemeinde St. Leon-Rot, die evangelische und katholische Kirche, die Vereine „Bürger für Integration und Asyl e.V.“ und „Scheinwerfer 87 St. Leon-Rot e.V.“ an der Interkulturellen Woche. In informativen, zum Nachdenken anregenden Veranstaltungen und Aktionen geben wir die Möglichkeit, sich zu Themen, wie Migration und das Zusammenleben verschiedener Kulturen, zu informieren und sich auszutauschen.  Die bundesweite Interkulturelle Woche (IKW) ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie.

 

EINE REISE DURCH DEN ORIENT



Unsere Ferienspaßaktion

Das war bereits zum zweiten Mal das Motto der Ferienspaß-Aktion bei der BIA. Mit 25 Kindern waren wir quasi ausgebucht. Die Orient-Abenteurer wurden in Kleingruppen eingeteilt und erhielten einen Tages-Crash-Kurs in Sachen Leben im Orient. Vermittelt wurden die wichtigen Dinge im Leben und die Kinder bekamen einen Einblick in die arabische Sprache und Schrift, orientalisches Essen, Musik und Tanz. Wir starteten morgens um... 11.00 Uhr in den Tag.

Die Kinder bekamen die Möglichkeit, den eigenen Namen in arabischer Schrift und ein paar Worte in arabischer Sprache zu erlernen, wobei sie tatkräftig von Kindern und Eltern aus geflüchteten Familien unterstützt wurden.

Zu den Klängen entsprechender Musik wurde orientalischer Tanz demonstriert und selbstverständlich durfte und sollte hier auch mitgetanzt werden. Ganz nebenbei wurden auch noch diverse Instrumente aus der orientalischen Welt vorgestellt, die in unseren Breiten nicht so bekannt sind.

Etwas ernster wurde es, als es hieß: „Ich packe meinen Koffer“ – die Kinder sollten sich überlegen, was sie selbst mitnehmen würden, wenn sie zur Flucht gezwungen sein sollten. Da wurde allen schnell bewusst, wie schwierig es ist, Liebgewonnes zurück zu lassen und sich für nur wenige Dinge entscheiden zu können..

Gegen 13.00h gab es ein typisches Essen aus der Region, das von einigen unserer arabischen Frauen vorbereitet wurde und bei dessen Zubereitung die Kinder natürlich mit einbezogen wurden.
Fleischbällchen mit Reis, Gemüse und Salat haben allen gut geschmeckt und zum Nachtisch gab es "Kunafah": eine Süßspeise aus typisch arabischen Fadennudeln, einer Art Mozzarella, süssem Zuckersirup und Rosenwasser. Das Rezept dafür durften alle Kinder am Ende mit nach Hause nehmen!!

Zum krönenden Abschluss gab es noch ein "Kamelrennen ": Eine abgewandelte Form des Sackhüpfens, bei dem alle Beteiligten einen Riesenspaß hatten.

Danke allen, die als Besucher an unserer Aktion teilgenommen haben!! Und herzlichsten Dank an das eingespielte Ferienspaß-Team der BIA, das diese Aktion möglich gemacht und getragen hat! Die wunderbaren Fotos sind von Tanja Steger - einfach topp!!

 

 

 

Sommerfest der BIA - ein Fest der Solidarität


Ein Fest für und mit Geflüchteten, ein Fest für und mit Ehrenamtlichen, aber auch ein Fest für und mit der Bevölkerung – für uns erfüllt unser jährliche Sommerfest all diese Ansprüche und stellt auch immer einen Höhepunkt im Vereinsleben dar, der allen großen Spaß bereitet!

Mit Informationsangeboten wollte die BIA nach außen hin das Miteinander in unserer Gemeinde darstellen. Zu Anfang stand daher die Präsentation eines Films, der die Arbeit des Vereins in den Bereichen Bildung, Soziales, Patenschaften, Laden, Fahrräder und Öffentlichkeitsarbeit aufzeigte. Danach folgten zwei Vorträge von Geflüchteten, die hautnah mit ihren Worten darstellten, warum der Druck und die Not, das eigene Land zu verlassen, so groß war und immer noch ist und wie die Geflüchteten ihre Lebensumstände wahrnehmen – wie es ist, bei uns in Europa, Deutschland und letztendlich in St. Leon-Rot zu sein. Die beiden Vorträge -durchgeführt von einem 23-jährigen Iraker und einer 36-jährigen Syrerin-, die über ihr Leben vor und nach der Flucht berichteten, wurden von interessierten Besuchern gut besucht und angenommen. Zunächst erzählte Ehab F. seine Geschichte. Er gehört im Irak einer verfolgten religiösen Minderheit an und musste deshalb vor knapp 3 Jahren im Alter von 20 Jahren fliehen. Heute befindet er sich in einer Ausbildung zum Friseur in St. Leon-Rot und spricht schon gut deutsch. Was Flucht und Neubeginn für eine Familie bedeuten, erläuterte erstaunlich offen die syrische 4-fache Mutter Yasmin A., die mit ihrer Familie vor knapp 3 Jahren nach Deutschland kam. In ihrer Heimatstadt regierte der IS. Die vielen Rückfragen nach ihrer Präsentation verdeutlichten das Interesse der Zuhörer. 

Im Laden „Salero“ der BiA, im ehemaligen Schlachthaus der Metzgerei Speckert, konnte man die handfesten Ergebnisse der Ehrenamtsarbeit sehen. An zwei Tagen in der Woche werden dort die zahlreichen Kleider- und Alltagsspenden, die Bürger und Bürgerinnen aus unserer Gemeinde abgeben, zu sehr geringen Preisen an Bedürftige -gleich welcher Herkunft- verkauft, wobei der Erlös wiederum der übrigen Arbeit des Vereins zu Gute kommt.

Wie bereits in den Vorjahren ließ es sich der örtliche Artistikverein „GoosBubbles“ nicht nehmen, das Publikum mit seinen Kunststücken zu verzaubern. Nicht nur die jüngeren Festbesucher staunten nicht schlecht über das Geschick der „Gaukler“. Wir bedanken uns herzlich für diesen Auftritt - es ist einfach mitreißend schön, euch zuzuschauen!

Für sie war mit einem Spielezimmer ebenfalls ein besonderes Angebot geschaffen worden, das von Firmanden der katholischen Seelsorgeeinheit Walldorf- St. Leon-Rot selbständig organisiert und betreut wurde. Die Kinder haben dieses Angebot dankbar angenommen und waren freudig dabei. Wir danken an dieser Stelle auch von Herzen der Firmandengruppe, geleitet von Mareike Prax. Vielen Dank für diese großartige Unterstützung!

Musikalisch standen vor allem die Beiträge zweier Bands im Vordergrund und auch hier zeigte sich die Brücke zwischen „neuer“ und „alter“ Heimat: Die erst jüngst gegründete Band „Made of Wood“ präsentierte ausdrucksstarke Coverversionen bekannter Pop- und Rocksongs und animierte das Publikum zum Mitsingen. Für deutsche Ohren eher fremd, für die vielen Syrer und Iraker aber sehr vertraut brachte bis zu späterer Stunde die „Friedensband“ aus Otterstadt orientalische Musik zu Gehör, die mal eher melancholisch-beruhigend, mal aber auch sehr lebendig und kraftvoll ertönte. Vor allem die syrischen Männer zeigten dazu ihre traditionellen Volkstänze, denen viele andere Gäste schnell nacheiferten und für ein buntes Treiben auf der Tanzfläche sorgten. Auch viele Ehrenamtliche tanzten ausgelassen. Beiden Bands ein herzliches Dankeschön!

Die gegenseitige Solidarität drückte sich auch dadurch aus, dass für das sehr vielfältige internationale Buffet und die Getränke lediglich auf freiwilliger Spendenbasis abgerechnet wurde: Nur wer etwas bezahlen kann, bezahlte auch. Nicht nur einen Gaumen- sondern auch einen Augenschmaus bot das Buffet im Unterrichtsraum der BiA, denn die unterschiedlichsten Speisen aus den Herkunftsländern der Geflüchteten wie Syrien, Türkei Eritrea und Gambia hatten sie selbst zubereitet und wussten auch, darüber zu berichten. Allen Essensspendern ein dickes Merci!

Fotos: Tanja Steger

 

BIA-Sommerfest am 07. Juli, 14 bis 22 Uhr

Das Sommerfest der BIA findet zum dritten Mal statt. Los geht es am Nachmittag mit deutschen und arabischem Kaffee, gambischem Tee und süßen Köstlichkeiten. Das Kinderprogramm startet  gleich um 14 Uhr, organisiert von den Firmlingen der katholischen Kirche. Die GoosBubbles gaukeln in den Nachmittag, der mit einem Kulturteil abgerundet wird. Dabei präsentieren wir uns und stellen unsere Arbeit vor, einige der Geflüchteten werden über ihr Land, ihre Flucht und ihr Leben in Deutschland sprechen! Unser Laden wird zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet sein.

Ein spektakuläres, internationales Buffet versorgt die Besucher bis in den späten Abend mit süßen und herzhaften Köstlichkeiten. 

Es ist bereits das dritte Sommerfest in Folge - ein Muss für jeden in unsere Gemeinde!
 

Wir landen ein! 

Samstag, 7. Juli 2018, ab 14 Uhr, BIA Salero, Hauptstr. 113, Ortsteil Rot

 

 

 

Arbeiten statt Sitzen

„Ich will arbeiten und nicht sitzen“, das war das wichtigste Anliegen, das Mohamad Zekkak aus Syrien bei der ersten Begegnung  mit unserem Verein „Bürger für Integretion und Asyl St. Leon-Rot“ in gebrochenem Deutsch eindringlich vortrug. Mohamad Zekkak ist eher ein zierlicher Mann mit feinem Humor, dem man die harte Arbeit als Maurer nicht ansieht. Sein Statement „Ich bin Maurer und brauche Arbeit, “ wiederholte er bei jeder sich ihm bietenden Gelegenheit, egal ob im Deutschunterricht, bei Festen, Sprechstunden der Sozialarbeitern und bei jedem von denen er sich erhoffte, ihm bei der Jobsuche behilflich zu sein. Und er wurde bald fündig: Die Firma Pflasterbau Jung in St. Leon-Rot hatte sich bei der Deutschlehrerin Ute von Hahn gemeldet und mitgeteilt, dass sie einen Mitarbeiter suchen. Mohammed zögerte nicht, auch wenn die Arbeit nicht ganz seiner Berufserfahrung entsprach, sagte sofort einem Praktikum zu und hatte wenig später den Job! 

Seither sind viele Menschen ein bisschen glücklicher: der Unternehmer Herr Jung, der einen zuverlässigen, kompetenten Arbeiter gefunden hat, Mohammad, der nun sein „eigenes Geld verdient“ und damit den Führerschein finanzieren konnte und Fadia, die auf ihren Mann, der einer der ersten mit einer Festanstellung war, stolz ist und ihn unterstützt, wo es geht.

Von Idlib nach St. Leon-Rot

Bis es soweit war, hatte die Familie Zekkak einen weiten Weg von etwa 3.500 km von  Idlib im Nordosten Syriens nach St. Leon-Rot zurückzulegen.Im September 2015 als der Krieg in Syrien schlimmer wurde und immer mehr Bomben fielen wurde ihnen die Wohnung, in der er lebte, von heute auf morgen gekündigt. Ziemlich verzweifelt machte er sich mit seiner Frau und seinen vier Kindern Chahd (damals 2,5 Jahre), den Zwillingen Alaa und Shimaa (1,5 Jahre) und dem Säugling Rafif auf den Weg in Richtung Türkei. Zunächst mit dem Auto, das er unterwegs verkaufen musste, und später mit Bus, Boot und weite Strecken zu Fuß, kam er über die klassische Balkanroute Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn, Österreich nach Deutschland.

Vieles haben sie dabei erlebt mit ihren vier Kleinkindern, die weite Strecken getragen werden mussten, dazu das Gepäck und die Unsicherheit, wo man die nächste Nacht verbringen wird und woher die nächste Mahlzeit kommen wird. 

Gutes wie Schlechtes können sie von Ihrer Flucht berichten. In Griechenland auf der Insel Samos gestrandet, half ihnen ein junger Mann, die älteste, damals 2jährige Tochter auf der 7-Stunden-Laufstrecke zwischen Landgang und nächstem Sammelpunkt zu tragen. Mit dieser Erinnerung verbindet die Familie sowohl eine große Dankbarkeit, da sie es ohne Hilfe nicht geschafft hätte, als auch einen großen Schrecken. Wenn Fadia Zekkak die Geschichte erzählt, kann sie auch heute kaum die Tränen zurückhalten: „Der junge Mann war sehr viel schneller als wir. Wir mussten die drei kleineren Kindern tragen und hatten auch Gepäck dabei. Irgendwann haben wir die beiden nicht mehr gesehen.  Wir hatten große Angst, dass wir Chard nie mehr wieder sehen.“ Nach mehreren Stunden Fußmarsch fanden sie sie wohlbehalten in einer Kirche, in der sich alle Flüchtlinge auf der Route trafen, weil es dort Wasser und Lebensmittel gab, wieder. Ein Erlebnis, das sie wohl nie vergessen werden und das in die Familiengeschichte eingeht.

Herbst 2015 war die Zeit, als die große Flüchtlingsbewegung Europa erreicht hatte. Das traf nicht bei allen europäischen Nachbarn auf Verständnis. So wurde die Familie, die manche Nacht auf einem Pappkarton auf dem Gehweg übernachten musste, nachts mit Wasser bespritzt und weggejagt. An anderen Orten, wie in Österreich wurden sie von hilfsbereiten Menschen mit nach Hause genommen und zum Essen, Duschen, Übernachten eingeladen und am nächsten Tag mit dem Auto weitergefahren.

Alles in allem hatte die junge Familie Glück, alle sind schließlich wohlbehalten in Mannheim angekommen und verbrachten die ersten Wochen im Benjamin Franklin Camp und wurden von dort aus dann nach Edingen-Neckarhausen verteilt. Im September 2016 durften sie aus der Gemeinschaftsunterkunft, in dem sie ein Zimmer bewohnten, ausziehen, da das fünfte Kind, die kleine Elien, unterwegs war. 

Inzwischen sind sie angekommen, in der Gemeinde, die Kinder sind im Kindergarten, Chahd kommt im Herbst in die Schule, Mohamad arbeitet, Fadia kümmert sich um die Kinder und einen Schrebergarten, der ihnen unentgeltlich von einer „Roterin“ überlassen wird....weiterlesen hier...

 

 

Mitgliederversammlung und Schatzmeisterwechsel

Am 08.05.18 hatten wir eine außerordentliche Mitgliederversammlung bei der zwei Mitglieder im Zentrum der Aufmerksamkeit standen. Wir haben unseren Schatzmeister Herrn Manfred Massinger verabschiedet und einen neuen, nun amtierenden Schatzmeister, nämlich Konrad Weinacht, gewählt.

Manfred Massinger ist eine einzigartige Persönlichkeit. Er engagierte sich seit der BiA-Gründungszeit und strukturierte zum einen den Verein und zum anderen die Finanzbuchhaltung. Als studierter Elektroingenieur eignete er sich während des Studiums BWL-Kenntnisse an, die er immer wieder für sein ehrenamtliches Engagement in verschiedensten Vereinen rund um Heidelberg anwenden konnte.
Informiert man sich über ihn, so erfährt man einiges über seine Tätigkeiten für die Akademie der Älteren in Heidelberg. Er war im Verein SicherHeid, engagierte sich im über viele Jahre im Kirchengemeinderat und war beim TSV Rot und in weiteren Vereinen aktiv. Von sich aus ist Manfred Massinger eine bescheidene Person, die es verdient hat, dass sie 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Wir freuen uns, dass er weiterhin mit der BIA verbunden bleibt und hoffen, ihn bei vielen Aktivitäten und Festivitäten begrüßen zu dürfen.

Konrad Weinacht, der Pfälzer im Spargelpelz, fand 1977 aus Schifferstadt kommend in St.Leon-Rot seine neue Heimat. Seit 2016 engagiert er sich bei der BiA und leitet die Möbel-Gruppe. Er ist IT-Fachmann, der erst im Rechenzentrum der BASF arbeitete, dann später in das Controlling der BASF rutschte uns es schließlich geleitet hat. Sein Job war es Kosten zu bilanzieren und den Weg des Geldes zu verfolgen. Bei einigen Recherchen fand er verloren geglaubtes Geld und führte dies in das Firmenkonto zurück. Diese Fähigkeiten kombiniert mit 30 Jahren Berufserfahrung qualifizieren ihn eindeutig, um die Aufgaben als neuer Schatzmeister zu bewältigen.

Gabi Dörflinger, 1. Vorsitzende der BIA, überreichte Manfred einen Blumenstrauß und dankte ihm für seine wichtige Arbeit und seine vielen guten und wichtigen Impulse im Verein, die noch lange Wirkung zeigen werden. Vielen Dank für dein Engagement!
Conni, viel Erfolg mit der neuen Herausforderung!

 

BUFDI bei der Tagespflege in St. Leon-Rot

Als wir Ehrenamtliche Abdulrahman Alzein im November 2016 kennen lernen durften, machte der 24-jährige junge Mann zunächst noch einen leicht verlorenen, eingeschüchterten Eindruck. Damals war er gerade ganz neu in St. Leon-Rot in der Gemeinschaftsunterkunft „im Schiff“ angekommen, nach einer langen Odyssee durch den Nahen Osten und Europa. Heute findet er sich jedoch gut zurecht und macht einen sehr aufgeschlossenen, wenn auch etwas vorsichtigen Eindruck. Als Bundesfreiwilligendienstleistender bei der Tagespflege in St. Leon-Rot hat er einen Job gefunden, der ihm Spaß macht.

Doch wie kam er überhaupt nach St. Leon-Rot? Abdul  -wie die meisten ihn nennen-  lebte früher in der syrischen Stadt Hama. Diese liegt an der Fernstraße zwischen Aleppo und Damaskus. Der Fluß Orontes (auf arabisch Nahr al-ʿAsi), eine der großen syrischen Wasseradern, der aus dem Libanon kommend bis in die Türkei fließt, sorgte schon immer dafür, dass Ackerbau in der Gegend um Hama möglich war. Manche Ausgrabungsspuren lassen sich bis auf die Altsteinzeit datieren. Mit ihren Vororten zählt die Stadt heute etwa 550 000 Einwohner, 2013 waren es Abduls Angaben zufolge noch ca 800 000. Weiterlesen hier...

 

 

MiITGLIEDERVERSAMMLUNG:

Wir möchten alle Mitglieder zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung einladen. 

 

Patenschaft - ein Erfahrungsbericht

Gabi Dörflinger ist eine von über 30 Paten, die in in der BIA Geflüchtete persönlich begleiten und bei der Integration unterstützen. Hier ein kleiner Erfahrungsbericht darüber, wie eine "Patenschaft" gelebt werden kann und wie beide Seiten profitieren.

Wie alles begann 

die ersten neuen Mitbüger aus Afghanistan nach St. Leon-Rot kamen, habe ich begonnen, mich zu engagieren. Zuerst vor allem mit Deutschunterricht. Dabei habe ich Jawad kennengelernt, der obwohl er bereits zwei Jahre in Deutschland war, fast kein Wort sprechen und so gut wie nicht lesen und schreiben konnte. Er hatte bis dato nicht die Möglichkeit, einen Deutschkurs zu besuchen, da diese nur für Menschen aus Ländern mit guter Bleibeperspektive möglich waren. Jawad nutzte aber jede Möglichkeit und kam regelmässig in den ehrenamtlichen Unterricht, war hochmotiviert und man konnte wöchentlich seine Fortschritte beobachten.

Wir haben damals viele Gespräche - mit Übersetzungshilfen, Gestik und Mimik, geführt, über seine Geschichte, seine Familie, die er mit 14 Jahren zum letzten Mal gesehen hat, und über die er auch heute nichts weiß, sowie seine Flucht und sein Leben und seine Probleme in Deutschland. Dabei haben wir uns besser kennengelernt, er kam oft zu uns nach Hause und hat mich und meine Familie besucht. Wir haben ihn damals bei seinem Asylverfahren unterstüzt, dabei einen Deutschkurs zu finden und bei all den kleinen alltäglichen Fragen und Schwierigkeiten. Inzwischen ist Jawad ein Freund der Familie und hat es geschafft, sich in St. Leon-Rot zu integrieren. Er macht eine Ausbildung zum Bäcker bei der Bäckerei Goetzmann, hat eine eigene Wohnung und hat viele Kontakte hier im Ort. Fast jeder in unserem Verein kennt ihn und viele Menschen haben dazu beigetragen, dass er seinen Weg gehen kann.

Was Patenschaft für mich bedeutet

Jeder Pate hat seine eigene Philosophie und Schwerpunkte, wo er helfen möchte und natürlich auch seine eigene Grenzen. Außer Jawad betreue ich drei weitere Geflüchtete. Für mich bedeutet die Patenschaft vor allem, Starthilfe zu geben und dabei zu unterstützen, hier selbständig gut leben zu können. Das bedeutet, sie beim Deutschlernen zu unterstüzen, eine Ausbildung oder Job zu finden und zu erkläen, was für das Leben hier in Deutschland wichtig ist. Das sind für mich persönlich die Schwerpunkte meiner Arbeit. Die Anfangszeit ist meist sehr anstrengend und mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, der sich aber in der Regel schnell lohnt und auch irgendwann wieder weniger wird. 

Was mich motiviert

Die meist gestellte Frage unserer neuen Mitbürger ist: wie komme ich an Arbeit oder wie kann ich eine Ausbildung machen. Zumindest ist das die Erfahrung, die ich gemacht habe. Wenn jemand so motiviert ist, ist es meist gar nicht so schwer, behilflich zu sein. Adhanom aus Eritrea z.B. absolviert gerade sein erstes Ausbildungsjahr als Mechatroniker an einer Berufsschule, spielt im Verein Volleyball und ist in der katholischen Kirche aktiv. Abdulrahman aus Syrien hat eine Arbeit in einem metallverarbeitenden Betrieb in St. Leon-Rot gefunden. Dabei hoffe ich, dass auch er noch den Weg in eine Ausbildung findet, wovon er nicht leicht zu überzeugen ist, da er bereits eine Festanstellung hat. Da er bereits seit jungen Jahren für seinen jüngeren Bruder sorgt, hat er früh große Verantwortung übernommen und geht seinen eigenen Weg, was man akzeptieren muss. Auch die beiden Brüder haben eine eigene Wohnung gefunden, planen den Führerschein zu machen und unterstützen die Eltern, die in der Türkei leben.

Meine Erfahrung ist, dass sich die meisten Geflüchteten bemühen, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren und die wenigsten wollen vom Staat abhängig bleiben. Das sind gute Voraussetzungen und für mich als Pate eine Motivation, weiterzumachen. Man sieht einfach direkt, was man tut und viele kleine Hilfen fruchten schnell, so dass man immer wieder positive Erlebnisse hat.

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Die Familie Alhussein ist angekommen

Familie Alhussein kommt aus dem Osten Syriens. Sie führten in der Stadt Deir ez-Zor ein gutes Leben im eigenen Haus, bis der Krieg ausbrach. Die Stadt weist mit fast 300 000 Einwohnern in etwa die Größe Mannheims auf, ist die sechstgrößte Stadt Syriens und Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz Deir Ez-Zor. Wegen ihrer Lage am Euphrat ist die Stadt von fruchtbarem Boden umgeben, auf dem Getreide und Baumwolle gepflanzt werden. Erst mit Beginn der 1990er Jahre wurde Erdöl in der Umgebung der Stadt gefunden, seither hat sie sich zum Zentrum der syrischen Erdölförderung entwickelt, auch viele Arbeitsplätze entstanden, so etwa die von Papa und Mama Alhussein:

Vater Nasser arbeitete als Inspektor in einer Erdgasraffinerie und Mutter Yasmin war in einem Energieversorgungsunternehmen als Sekretärin tätig.

Zerstörung in der Heimat

Im syrischen Bürgerkrieg war die Heimatstadt stark umkämpft. Auf erste Proteste im Jahr 2011 antwortete die Regierung prompt:

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Mut zu neuen Wegen: Said Azami liest im Theaterzimmer

Said Azami ist einer von über 1000 Afghanen, die derzeit in Rhein-Neckar-Kreis als Asylsuchende leben. Seit 2014 lebt er in Schwetzingen. 2016 hat er gemeinsam mit der Schwetzinger Stadträtin Raquel Rempp ein Buch geschrieben. Zur Situation in Afghanistan, zum Krieg und darüber, warum auch noch heute – rund 10 Jahre nach der „Re-Demokratisierung“ immer wieder Menschen die Flucht aus dem Land auf sich nehmen. Und sicher auch, um die eigenen Traumata zu bewältigen.

„Ich habe schon auf der Flucht viel über das Unterwegs sein geschrieben“, erzählt Azami. Unterwegs, das heißt in seinem Falle viele tausend Kilometer und über 10 Jahre: Von Afghanistan im Jahr 2002 über den Iran, die Türkei, die gefährliche Überfahrt nach Griechenland, über Norwegen schließlich nach Deutschland, wo Azami 2013 zunächst in Ladenburg und dann in Schwetzingen eine neue Heimat fand.

Eindringlich schildert Azami die skrupellosen Machenschaften der brutalen Schleuserbanden, die sich an den Geflohenen bereichern. Er erzählt von seiner Kindheit und Jugend im kriegsgebeutelten Afghanistan, in dem sich die Mudschaheddin auf dem Rücken der Zivilbevölkerung blutige Kämpfe mit den Russen lieferten, von Hubschrauberangriffen in der Nacht und der Schreckensherrschaft der Taliban, gegen die er in der Armee kämpfen musste. Er erzählt vom Leben im Iran, wo die afghanischen Flüchtlinge trotz einer langen gemeinsamen Kultur- und Sprachgeschichte als Menschen zweiter Klasse leben, beinahe als Sklaven gehalten werden, von 10-tägigen Gewaltmärschen auf der Flucht durchs Niemandsland.

Getroffen haben sich die Stadträtin und der Flüchtling im „Camp“ in Schwetzingen. Wochenlang saß Azami mit seinem Block da und schrieb Notizen herunter – auf persisch. Deutsch konnte er kaum, aber sie merkte bald, was es mit dem stillen Mann auf sich hatte. „Frau Rempp hat mir sehr geholfen“, entgegnet Azami. Mit dem Wörterbuch übersetzte er seine Schilderungen erst mühevoll wörtlich ins Deutsche, das oftmals holprige Ergebnis übertrug Rempp dann gemeinsam mit dem Autor in klar verständliches Deutsch. So entstand das 236 Seiten starke Buch. Es trägt den Titel „Mut zu neuen Wegen. Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit – meine Flucht aus Tyrannei und Unterdrückung“.

Mit dem Buch möchte er auch etwas zurückgeben, möchte aufklären über die Ursachen von Flucht und Vertreibung und zwischen Geflohenen und Einheimischen vermitteln. Afghanistan hat viele Probleme – wirtschaftliche, politische, religiöse aber auch ethnische und sprachliche. Glaubenskonflikte innerhalb des Islam, Fehden zwischen den verschiedenen Völkerstämmen, dadurch bedingte Sprachbarrieren, die Narben der Kolonisation, Arbeits- und Perspektivlosigkeit, Analphabetismus, Korruption, Drogenhandel und Bodenschätze – das alles ergibt ein Pulverfass, das immer wieder explodieren kann. Azami selbst musste aus politischen Gründen vor den bürgerkriegsähnlichen Zuständen fliehen. In seinem Buch legt er die Gründe für diese Flucht umfassend dar und erläutert in einfachen und klaren Worten, warum Afghanistan vom „sicheren Herkunftsland“ noch wesentlich weiter entfernt ist, als manche Politiker das glauben machen wollen.

Am Fr., 26.01., 19 Uhr lesen Said Azami und Raquel Rempp zu Gast bei den Bürgern für Integration und Asyl St. Leon-Rot (BIA SALERO) und den Scheinwerfern 87 St. Leon-Rot im Theaterzimmer der Scheinwerfer 87 in der Kastanienschule Rot, Walldorfer Straße 9. Der Eintritt ist frei, Spenden gehen an Schulen im Gebirgsdorf von Herrn Azami. Es empfiehlt sich pünktlich zu sein (Einlass ab 18.30 Uhr), da die Plätze limitiert sind.

 

 

Besuch im Technomuseum Mannheim am 04. Januar

Das Jahr ging gleich richtig los: wir waren am Donnerstag mit einer Gruppe von über 40 Personen im Technomuseum Mannheim. Für Kinder und Erwachsene ein spannendes und lehrreiches Erlebnis. Mit der Bahn ging es morgens ab Rot-Malach nach Mannheim und wieder zurück. Jeder hatte sich Verpflegung eingepackt und war so gut gerüstet für den ersten Ausflugstag im Jahr. 

Schon die Architektur mit den schiefen Ebenen konnten beeindrucken. Und natürlich gab es auch etwas zu Lernen: Die verschiedene Ausstellungseinheiten zeigen den technischen und sozialen Wandel vom 18. Jahrhundert bis heute. 

Es konnte viel ausprobiert und experimentiert werden, was vor allem von den kleinen Ausflüglern mit Begeisterung genutzt wurde. Wir hatten alle einen wunderbaren Tag und einen schönen Einstieg ins Neue Jahr!

Übrigens: Allen ein gutes, gesundes und friedliches Neues Jahr!


 

Advent im Garten 2017

Wer zaubern kann, ist stets im Vorteil - so dachte man schon als Kind. Der lang gehegte Glaube bestätigt  sich, wenn man in der Weihnachtszeit durchs Hoftor der Arnholds geht in einen festlichen Zaubergarten.. 
Wieder einmal hat es die Familie Arnhold geschafft, uns ganz ohne Stress in adventliche Stimmung zu versetzen mit einem kleinen Weihnachtsmarkt, gebrannten Mandeln, Crepes, Glühwein, Würstchen, Selbstgekochtem und Selbstgebasteltem. Gekommen sind Nachbarn, Freunde, Interessierte, viele unserer neuen Mitbürger, Freunde und Helfer der BIA.

Viele Dank allen Helfern: den Grillern, Bäckern, Dekorateuren, Bastlern, Feuerteufeln, Musikern, allen Besuchern und Spendern, der Fotografin und den Fahrern, die dafür gesorgt haben, dass Gäste aus Rot kommen konnten sowie natürlich der Familie Arnhold, die den gesamten Erlös der BIA spendete.
 






 

NIKOLAUS bei den BIA-Kindern
 

Staunende Kinderaugen und lachende Gesichter konnten wir bei unserer Nikolausfeier am 08.12. in der evangelischen Kirche sehen und erleben. Fast 30 Kinder waren gekommen, um auf Einladung von Frau Wendler und den Konfirmanden den Nikolaus zu feiern. Wie bereits im letzten Jahr organisierte Pfarrerin Wendler mit Andrea Arnhold von der BIA das gemeinsame Nikolausfest. Die zukünftigen Konfirmanden spendenten für jedes der Kinder ein Geschenk, Getränke und Laugenstangen wurden von den Ehrenamtlichen angeschleppt und Albert Weinlein spielte seine Paraderolle im Originalkostüm und Bischofsstab als NIkolaus. Die Kinder und Erwachsenen hingen ihm an den vom Rauschebart verdeckten, kaum sichtbaren Lippen und hörten andächtig zu.

Wir hatten alle einen schönen Abend und das Gefühl dass der Nikolaus auch in den arabisch und kurdisch stämmigen Familien längst akzeptiert, integriert und nicht mehr wegzudenken ist.
Wir bedanken uns bei den Konfis, bei Frau Wendler, bei Tanja Steger für die tollen Fotos und Albert Weinlein alias Nikolaus.

 

Alle Jahre wieder: ADVENT IM GARTEN am 02.12.

Besondere Ruhepunkte in der ja doch hektischen und stressigen Vorweihnachtszeit - diese ersehnte sich Andrea Arnhold schon lange. Ihren Wunsch hat sie dann vor 3 Jahren das erste Mal – in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche - umgesetzt. „Back to the roots“ und „weg vom Rummel“, das war der gelernten Hauswirtschaftsleiterin ein echtes Anliegen und seitdem verwandelt Andrea gemeinsam mit ihrem Mann Günter jedes Jahr ihren Garten in einen zauberhaften und stimmungsvoll einladenden „Weihnachtsmarkt“, wie er ursprünglicher nicht sein kann.

„Bei uns gibt es keine Kirmesgeschäfte und auch keine Fischbrötchen, dafür aber die beliebten Crepes von Elvira, Bratwürste vom Grill, orientalische Köstlichkeiten, verschiedene Getränke und vieles mehr. Neben der kulinarischen Versorgung werden dem Besucher vielerlei Aufmerksamkeiten wie Gestecke, Karten, selbstgemachte Marmelade und mehr angeboten.“

Wenngleich mit einigen Anstrengungen verbunden, schöpft Andrea sehr viel Positives aus den Vorbereitungen und der Durchführung ihres kleinen Weihnachtsmarktes. Sie schätzt die neuen Bekanntschaften, die sie Jahr für Jahr macht, und liebt das weihnachtliche Flair, das Haus, Hof und Garten in festliche Stimmung versetzt. Und auch ihr Mann Günter ist Feuer und Flamme – denn sein persönliches Highlight: Ein romantisches und wärmendes Lagerfeuer, um das er sich mit Leidenschaft kümmert und den ganzen Abend am Lodern hält.

Letztendlich geht es den beiden jedoch nicht um den eigenen Vorteil, denn der gesamte Erlös dieser vorweihnachtlichen Begegnung kommt der BIA zugute.

Und das kommt nicht von ungefähr, denn Andrea engagiert sich bereits seit September 2015 auf vielerlei Art und Weise für die BIA. Zu Beginn übernahm sie die Patenschaft für eine 6köpfige, geflüchtete Familie, die sie bis heute unterstützt und deren positive Entwicklung sie Tag für Tag mitverantwortet hat. Ihr eigentliches Talent liegt in ihrer Kreativität. Sie ist von Anfang an die gute Fee des SALERO. Tatkräftig beteiligte sie sich an der Verschönerung unserer Räume und ist für viele Aktivitäten federführend, sei es unser Sommerfest, die Kerwe, Kinderaktivitäten und Kochaktionen. Sie ist sowohl im Vorstand des Vereins aktiv als auch in den Arbeitskreisen Freizeit, Deutsch, Räume und Finanzen. Und wer einmal ein Stück Torte aus ihrer Backstube gegessen hat, egal ob Schwarzwälder Kirsch, Raffaelo-Torte oder die berühmte Eigenkreation "Torte Salero" schwärmt davon lange Zeit.

Der Erlös kommt der BIA zugute. Eingeladen ist die gesamte Bevölkerung.

 

 

Arabisch-Crash-Kurs

Eine Sprache lernen in zwei Tagen? Jeder vokabelbüffelnde Schüler dürfte davon träumen und auch wir waren teilweise zunächst etwas skeptisch. Sprachtrainer Klaus Bylitza wirbt jedoch damit, dass er genau das möglich macht. 14 Sprachen hat er in seinem Programm – von den romanischen Sprachen wie Französisch oder Spanisch bis hin zu eher exotischen Idiomen wie Finnisch oder Japanisch. 

Arabisch ist die mit Abstand am häufigsten gesprochene Sprache unter unseren Flüchtlingen. Nicht nur die große Zahl der Flüchtlinge aus Syrien spricht arabisch, auch die nicht ganz so große Zahl derjenigen, die aus dem Irak nach St. Leon-Rot gekommen sind, sprechen arabisch, wenn auch teilweise mit verschiedenen Dialekten. Arabisch zählt mit ca. 500 Millionen Sprechern weltweit auch zu den Weltsprachen und rangiert derzeit auf Platz sechs. Weiterlesen hier....

 

Das Theater der BIA und die Scheinwerfer präsentieren:

Alle Vorstellungen sind ausverkauft!

Hier gehts zum RNZ-Artikel

Zeitgenössisch, authentisch und ergreifend – diese Worte werden jedem Zuschauer dieses autobiographischen Theaterstücks in den Sinn kommen.

Endrik Ebel sen. hat mit seiner Theatergruppe GRENZENLOS der BIA in Zusammenarbeit mit dem Amateurtheater Scheinwerfer 87 ein Theaterstück in 3 Akten geschaffen, das wahrlich unter die Haut geht.

Die großartigen Darsteller „spielen“ ihre eigene Biografie – die Flucht mit all ihren Facetten. Ob laut oder leise, gesprochen oder pantomimisch, - die Emotionen sind zum Greifen nah. Angst und Verzweiflung, aber auch Mut und Zuversicht vermitteln dem Zuschauer den Weg, den die geflüchteten Menschen nicht ganz freiwillig gehen mussten. „Keine der 12 Szenen wird dramatisiert, aber es wird auch keine geschönt“, deshalb ist das Theaterstück auch erst für Kinder ab 12 Jahren freigegeben, so Endrik Ebel sen.

Aber es gab auch andere Hindernisse, mit denen der Regisseur zu kämpfen hatte. Während der Probenzeit sind einige Darsteller aus dem Theaterprojekt ausgestiegen  und  das Stück musste immer wieder auf die neue Zahl der Mitwirkenden umgeschrieben werden.  Gefreut hat es ihn trotzdem – denn alle hatten den gleichen triftigen Grund: Sie haben eine Arbeit oder Lehrstelle gefunden und wollen sich nun ganz und gar auf ihre neue Aufgabe konzentrieren.

Das Stück aufzugeben kam Endrik nicht in den Sinn, denn alle Beteiligten  haben sehr viel Zeit, Kraft  und Emotionen in die Probenarbeit  eingebracht.  Außerdem freut sich das gesamte Ensemble natürlich das Stück endlich den Zuschauern auf der Bühne des Theaterzimmers präsentieren zu können.

Endrik Ebel, der Theatermacher:

Theater – ein sehr großer Teilbereich im Leben von Endrik Ebel sen., der mit Spannung der Premiere seines neuesten Stücks „DOKU HOPE – Bin ich noch zu retten“ am 11.11.2017 entgegenfiebert. Ein brandaktuelles Thema und „keine leichte Kost“ so der 75jährige gebürtige Berliner.  Weder für den Autor, die Darsteller noch Zuschauer, denn es geht um die Flucht aus der Heimat – dargestellt von tatsächlich geflüchteten Menschen.

Dabei ist Ebel ein Routinier auf dem Gebiet der Schauspielkunst. Schon lange schreibt er Texte fürs Kabarett, Comedy und Sketche – gerne auch in Richtung Persiflage wie in dem Stück Maria Stuttgad. Aber er textet nicht nur, sondern spielt selbst auch leidenschaftlich, wie aktuell im Theaterstück „Teufelsblitz“ in Sinsheim. 

„Früher bin ich Marathon gelaufen, habe Tischtennis gespielt und in einer Band musiziert und gesungen“ sagt Ebel und ein wenig Wehmut klingt in seiner Stimme. „Die Zeit reicht einfach nicht um allen Hobbys gerecht zu werden und man muss Prioritäten setzen“.  Seit einiger Zeit steht das Theater an erster Stelle,

Seine ehrenamtliche Tätigkeit innerhalb der Bürgerinitiative BIA sieht er nicht als Besonderheit – sondern eher als selbstverständlich. „Wenn ich helfen kann, dann helfe ich“ – so der Initiator der Theatergruppe „GRENZENLOS“. Und seine Erfolge zeigen, dass seine Intention richtig ist. In diesem Engagement sieht Ebel gleich mehrere Vorteile. „Unsere neuen Gemeindemitglieder werden dabei im Integrationsprozess unterstützt, vertiefen schneller ihre Deutschkenntnisse und Erlebtes kann auf kreative Art und Weise reflektiert und verarbeitet werden“. Dass Endrik Ebel sen. selbst dabei seiner größten Passion – dem Schriftstellern von darstellender und bildender Kunst nachgehen kann – zeigt die vielschichtige Sinnhaftigkeit von ehrenamtlichen Initiativen.

 

 

Unsere Kürbiswerkstatt 2017

Am Tag des Kürbisses war es wieder soweit. Das SALERO verwandelte sich zum zweiten Mal in eine kunterbunte Kürbiswerkstatt. Ob gruselige Fratzen oder filigrane Ornamente – mehr als 30 Kinder schnitzen und werkelten mit Eifer an den Kürbissen.  Das Freizeit-Team mit Andrea, Jasmine, Elvira und Ayhan waren nicht nur von den Ergebnissen begeistert, sondern auch von der überwältigenden Zahl der teilnehmenden Kinder, deren Eltern und auch Helfern. Abgerundet wurde dieser schöne Nachmittag mit einer leckeren Kürbissuppe und Stockbrot am offenen Feuer. Stolz präsentierten die Kinder ihre Jack O‘Lantern – die schon bald den eigenen Haustüren das Halloween Ambiente verleihen und mit Sicherheit auch die bösen Geister abschrecken werden. Danke allen, die mitgeholfen haben und Tanja Steger für die grandiosen Fotos.




 

Aus religiösen Gründen verfolgt

August 2017

Ehab ist unter „unseren“ Flüchtlingen gewissermaßen ein Exot: Die Mehrheit der Menschen, die bisher nach St. Leon-Rot zugeteilt worden sind, sind Muslime aus Syrien oder aus dem Irak und Afghanistan. Eine kleinere Gruppe von Geflüchteten aus Syrien und Eritrea bekennen sich zu einer christlichen Konfession. Ehab dagegen ist Mandäer. Nur etwa 200 000 Anhänger dieser Glaubensüberzeugung leben weltweit und sind gerade im nahen Osten vielfach der Verfolgung ausgesetzt. Ganz grob erklärt gibt es Bezüge zum Juden- und Christentum, allerdings wird die zentrale Gestalt des Christentums, Jesus Christus, nicht als Messias anerkannt und dagegen Johannes der Täufer als zentrale Person verehrt.

Speziell für sein Heimatland, den Irak, erklärt Ehab die Situation sehr anschaulich. Dem relativ säkularen Regime von Saddam Hussein könne man Vieles vorwerfen, viele Kriege gehen auf sein Konto, er habe jedoch innenpolitisch dafür gesorgt, dass die verschiedenen Religionen und Ethnien im Irak gleichberechtigt koexistieren können. „Wir waren damals sicher, niemand hat nach der Religion gefragt.“ Mit dem Einmarsch von Amerikanern und Briten endete die Ära Saddam, das Machtvakuum, das entstand, ist bis heute nicht geschlossen. „Wenn ihr hier in Deutschland ein Problem habt, ruft ihr die 110 an. So eine Nummer gibt es im Irak heute gar nicht mehr. Es gibt keine Sicherheit.“ Warum ausgerechnet die Angehörigen seiner Religion sehr oft Opfer von Angriffen und Verbrechen werden, sieht Ehab darin begründet, dass Viele die Mandäer für Juden halten, da sie ursprünglich aus dem Gebiet Palästinas stammen und Elemente des Judentums in ihrem Glauben enthalten sind. Die Feindschaft zahlreicher arabischer Staaten mit Israel und der Nahostkonflikt machen die Mandäer daher völlig grundlos zur lebenden Zielscheibe. „Viele, die nicht geflohen sind, sind gestorben,“ bemerkt Ehab traurig. Weiterlesen hier...

 

Vortrag Werteworkshop – Staatsaufbau 19.07.2017

von Tobias Rehorst

„Wer hat in Deutschland das Sagen? Wer entscheidet in unserem Land, und worüber? Welche Regeln gelten für Kanzlerin und Bundestag, für Kommunalverwaltung und Polizei? Und: Welche Idee steckt eigentlich hinter dem Sozialstaat?“

Fragen über Fragen, die nicht ganz einfach zu verstehen, aber elementar wichtig sind für ein Leben in Deutschland. Am Abend des 19.07.2017 hat die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit den Bürgern für Integration und Asyl (BIA) Geflüchtete in das katholische Pfarrheim in Rot eingeladen, um diese Fragen zu diskutieren. 18 Geflüchtete aus St. Leon-Rot nutzten diese Gelegenheit, um – bei bestem Wetter – ihr Wissen über unser Grundgesetz und das politische System in Deutschland zu vertiefen.

Tobias Rehorst vom Arbeitskreis Patenschaften der BIA machte den Zuhörern auf eindrucksvolle Art verständlich, wie das Grundgesetz historisch entstanden ist und warum es in Deutschland einen so hohen Stellenwert hat. Er zeigte Bilder zerbombter Großstädte aus dem Zweiten Weltkrieg und erläuterte daran beispielsweise die Entwicklung der Idee des Bundesstaatsprinzips, das Macht auf Bundesländer verteilt, statt sie in einer Hand zu zentralisieren, als Gedanken, künftige Katastrophen zu vermeiden. Den gleichen Gedanken, Machtkonzentrationen zu vermeiden verfolgt das Prinzip der Gewaltenteilung zwischen Rechtsprechung, Gesetzgebung (Parlament) und Regierung. Insgesamt wurden vor allem die Strukturen vorgestellt, die das Grundgesetz als klaren Gegenentwurf zur Diktatur charakterisieren, die starken Sicherungsanker für die Demokratie wie etwa die stark ausgeprägte parlamentarische Kontrolle des Bundestags über die Regierung oder die Bindung aller staatlichen Gewalt an Recht und Gesetz sowie den Anspruch auf Rechtsschutz durch den Bürger.

Hier gab es viel Zustimmung und Verständnis von den Geflüchteten. „Der Abend war gut für mich, um zu lernen. Nächste Woche habe ich meine Prüfung über die deutsche Politik“, sagte Yasmin aus Syrien am Ende der eineinhalbstündigen Veranstaltung und bedankte sich bei Tobias Rehorst für seinen informativen Vortrag.

Der Abend hat gezeigt, dass es Sinn macht und begrüßt wird, aktiv auf unsere neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger zuzugehen, um ihnen die Dinge zu erklären, die uns wichtig sind. Und nebenbei bemerkt: Die 146 Artikel des Grundgesetzes machen verständlich, warum viele Geflüchtete sagen: „Papier ist in Deutschland sehr wichtig“. Ein Dankeschön geht an die katholische Seelsorgeeinheit Walldorf-St. Leon-Rot für die Zurverfügungstellung des Pfarrsaals.

 

 

„Ohne Fleiß keinen Preis!“....

Juli 2017

..... dieses klassische Sprichwort hat Yemane schon im Deutschkurs gelernt und gibt es gerne zu Besten, wenn einer seiner Freunde aus Eritrea ins Nörgeln verfällt. Der 25-jährige selbst versucht es in seinem Alltag zu beherzigen, wenn er etwas anpackt, dann mit dem nötigen Antrieb. So war er früh und auf eigene Faust schon in Berufsberatungsstellen der Caritas in Mannheim, um herauszufinden, wie er am besten am Arbeitsmarkt Fuß fasst. Yemane hatte in Eritrea, seinem Herkunftsland bereits in der schulischen Oberstufe ein mehrmonatiges Praktikum in einer Schreinerwerkstatt absolviert und wollte gerne in einem holzverarbeitenden Beruf arbeiten. Noch in den Ferien seines Deutschkurses gelang es seinen ehrenamtlichen Paten ein Praktikum in einer Schreinerei zu absolvieren, sehr zur Zufriedenheit des Firmeninhabers, der auf die Frage nach der Zukunft gerne bereit war, Yemane für die verpflichtende Berufsfachschule als Vorstufe zur Schreinerausbildung zu übernehmen, so gut hatte er sich im Betrieb eingebracht.

Yemane ist mit mehreren Geschwistern in Eritrea aufgewachsen. Das relativ kleine Land im Osten Afrika ist seit Jahren in einem Konflikt mit dem großen Nachbarn Äthiopien, viel Wert legt der seit 1993 diktatorisch regierende Präsident des Landes auf die Verteidigung, so weit ist das noch nachzuvollziehen. Der obligatorische Militärdienst ist allerdings grundsätzlich unbegrenzt, wenn man Glück hat, kann man nach wenigen Jahren die Armee verlassen, wenn nicht, bleibt man Jahrzehnte und ist der Willkür der Vorgesetzten ausgeliefert. Dabei wird die Armee nicht nur zu Militärzwecken, sondern auch zu zivilen Zwecken wie dem Straßenbau eingesetzt, der Militärdienst ist daher eher mit staatlich angeordneter Zwangsarbeit vergleichbar, vor der viele junge Eritreer mangels Perspektive fliehen – hinzu kommt die angespannte Menschenrechtslage. An Presse gibt es beispielsweise nur eine staatlich kontrollierte Zeitung. Willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Viele der aus Eritrea Geflohenen wollen nicht über die Zustände in ihre Heimatland reden, aus Angst vor dem Geheimdienst. Weiterlesen hier...

 

 

Die drei Jungs vom Grill 

Dass man beim Arbeiten auch richtig gutes und brauchbares Deutsch lernen kann, beweisen die Jungs, die bei Michas Kiosk am See als Aushilfe arbeiten. Da kommt es vor, dass man den ein oder anderen an der Theke trifft und fragt „Wie geht’s?“ und man als Antwort bekommt: „Halwer hi“ oder “Alles Klärchen“ - und das von einem waschechten Iraker. Die drei Jungs, die bei Micha im Mai angefangen haben, Jawad aus Afghanistan, Ehab aus dem Irak und Samer aus Syrien, sind im Team von Michas Kiosk voll und ganz akzeptiert und integriert.

Das bekräftigt der Chef Micha Herold selbst: „Ich war von Anfang an von den Dreien begeistert. Sie sind pünktlich, fleißig, interessiert und bescheiden. Ich kann nur Positives berichten. Sie kommen bei Mitarbeitern und Kollegen gut an und sind sehr beliebt.“

Micha kam die Idee, Geflüchtete einzustellen, als er in  unserem Laden Salero Spenden abgegeben hatte. Er fragte an, ob wir jemanden wüssten, der an einem Aushilfsjob während der Sommermonate interessiert ist. Spontan meldeten sich einige junge Männer, die dann zunächst ein Gesundheitszeugnis ablegen mussten. Danach konnte es losgehen. Seither rennen sie im Kiosk zwischen Essensausgabe, Eistheke und Küche hin und her und rufen sich „Uffbasse“ „Okidoki“ und „Wo is die Dreckschipp?“ zu. Alles wichtige Ausdrücke, die man fürs Überleben  in der Gastronomie benötigt.

Die Jungs jedenfalls sind sehr glücklich über die Möglichkeit ein bisschen Geld neben der Schule bzw. Ausbildung zu verdienen und das in einem schönen Umfeld, mit netten Kollegen inklusive Sprachkurs in St. Leon-Roterisch. Für alle also eine sogenannte Win-Win-Situation. Herzlichen Dank an Micha, der den Jungs eine Chance gegeben hat.

Am Freitag, den 18. August spielt die Band Gambia Unity um Fallou Mboge bei Michas Kiosk am See. Viele haben sie bei unserem Sommerfest bereits kennengelernt. Los geht es um 18 Uhr. Einfach vorbeikommen.

Die BIA im Privatgymnasium

Letzte Woche waren wir an zwei Vormittagen zu Besuch im Privatgymnasium in St. Leon-Rot in den 9. Klassen. Geflüchtete berichteten über ihr Heimatland Eritrea, Irak und Syrien. Khaled aus Syrien kam z.B.  kam im Alter von 16 Jahren alleine von der Türkei aus nach Deutschland und hat gerade erfolgreich seinen Hauptschulabschluss gemacht und plant nun im Anschluss auf die Realschule und dann ein Gymnasium zu gehen. Er lebt seit etwa 18 Monaten in St. Leon-Rot in einer Pflegefamilie. Ein Geflüchteter aus Eritrea erzählte über seine Fluchtgründe und seinen Fluchtweg und ein junger irakischer Mann klärte über die Verhältnisse im Irak auf.

Für die die Schüler des PGs bot sich die Gelegenheit im direkten Kontakt und von jungen Menschen zu erfahren, welche Gründe dazu bewegten, die Heimat und die Familien zu verlassen und sich auf den Weg nach Europa zu machen.  Sie hörten gebannt zu und stellten viele Fragen. Zum Abschluss gab es ein gemeinsames Mittagessen und einen Rundgang durch die Schule.


 

Unser Sommerfest 2017

 







Juli 2017

Nachdem unser Eröffnungsfest im vergangenen Jahr bereits ein voller Erfolg gewesen ist, war eigentlich klar, dass es auch dieses Jahr wieder ein Sommerfest geben muss – im Feiern sind wir schließlich ziemlich gut. Den ganzen Tag über war ein buntes  geboten – jede Menge Essen aus aller Welt, Musik und Tanz. Obwohl der Sommer gerade ein bisschen pausiert, war die Stimmung sehr entspannt und ausgelassen.

Ganz gemütlich ging es mittags mit Kaffee und Kuchen los. Schon hier war die kulinarische Bandbreite hoch: neben leckeren deutschen Kuchenklassikern gab es allerlei verschiedene arabische Spezialitäten, zuckersüß und einfach lecker. Das benachbarte ehemalige Bistro „Arena“, das derzeit leer steht, hatte die Gemeinde dankenswerterweise für das Fest zur Verfügung gestellt, in den Mittagsstunden malten hier viele Kinderhände oder ließen sich ihre Gesichter von Juana Reimers, eine in St. Leon-Rot lebende Malerin, die den Kindernachmittag gestaltete, bemalen. 

Mit viel Raffinesse und allerlei Tricks begeisterte die Gauklergruppe „Goos Bubbles“, eine große Menschentraube sammelte sich um das Geschehen in der Mitte des Hofes und bestaunte die Artisten. Ein junger Mann aus dem Irak war so begeistert, dass er sich gleich anmelden wollte, hat er doch in seiner Heimat früher auch ein bisschen Jongliert – die Kontakte sind jedenfalls geknüpft. 

Eine Premiere hatte im Anschluss unser Chor: die bunt zusammengemischte Gruppe aus Geflüchteten und Alteingesessenen, Erwachsenen und Kindern gab mit „Bruder Jakob“, einem afrikanischen Lied „Obwisana Sana“ und „Wir wollen aufstehen!“ drei Titel zum Besten, die sie in der kurzen Zeit seit Mitte Mai einstudiert hatten. Weitere Mitsingende sind herzlich willkommen, die Proben finden immer donnerstags um 19.30 in der evangelischen Kirche statt – Vorkenntnisse nicht erforderlich.

Ernster ging es zur Sache, als am späten Nachmittag Vorträge über die Herkunftsländer gehalten wurden. Im Vorfeld hatten einige Flüchtlinge gemeinsam mit Gabi Dörflinger Powerpoint-Präsentationen vorbereitet und dann ihre Heimatländer und Fluchtgründe vorgestellt. Die Einzelschicksale so direkt und ungefiltert von den Geflüchteten zu hören, machte betroffen – kaum ein Mucks war im Raum zu hören und es brauchte ein bisschen, bis im Anschluss wieder Feststimmung aufkommen konnte. Die Zuhörer waren jedenfalls durchweg überrascht, wie souverän die jeweils Vortragenden schon in der neuen Fremdsprache aufgetreten sind. Unsere Vorsitzende Gabi Dörflinger stellte in einem Kurzvortrag noch mal die Arbeitsfelder unseres Vereins vor – alle Infos hierzu gibt es aber auch auf unserer Homepage www.asyl-st-leon-rot.de.

Ein Höhepunkt war schließlich der Auftritt der gambischen Band „One Family Band“. Alle Musiker leben schon gewisse Zeit in Deutschland und treten regelmäßig gemeinsam und in verschiedenen Musikprojekten auf, etwa auch in Kooperation mit dem Nationaltheater Mannheim. Mit ihrer typisch-westafrikanischen Musik, die viele Gemeinsamkeiten mit karibischem Reggae aufweist, sorgten sie für ausgelassene Stimmung im Publikum, schnell füllte sich die Tanzfläche im hinteren Teil des Hofes. In Erinnerung blieb etwa der „Refugee-Song“ „Freedom“, der die Sehnsucht nach Freiheit thematisiert. Im Anschluss daran brachte zunächst „DJ Filmon“ ein paar eritreische Songs zu Gehör, gefolgt von arabischer Tanzmusik, bei der vor allem die syrischen Männer ihre Tanzkünste zum Besten gaben: Eingespielte Choreographien und Tanzschritte, wie wir sie so nicht kennen, boten einen Blickfang fürs Publikum.

Was niemand gedacht hätte: das überaus opulente Buffet mit Spezialitäten aus allen Herkunftsländern war am Ende fast leergeputzt worden, so lecker war die Auswahl. Viele Köchinnen und Köche waren schon Tage zuvor mit Vorbereitungen beschäftigt gewesen.

Am meisten haben wir uns darüber gefreut, dass doch auch immer wieder neue Gesichter zu sehen waren, die sich über unsere Arbeit informieren wollten. Viele gute Gespräche entstanden und so mancheiner erklärte sich sogar bereit unsere Arbeit künftig aktiv unterstützen zu wollen – wir freuen uns über jede Hilfe. Für uns Ehrenamtliche war es schlichtweg schön, mal wieder ein paar vergnügliche Stunden miteinander zu verbringen, etwas das in der Alltagsarbeit durch die vielen Aufgaben leider manchmal zu kurz kommt. Und gerade auch für die Geflüchteten selbst, die sich vielfach in die Gestaltung des Festes einbrachten, waren es sorglose Stunden mit dem Gefühl, in St. Leon-Rot angekommen zu sein.

Letztlich war es eine organisatorische Höchstleistung, alles zu koordinieren, alle Dienste einzuteilen, Bierbänke, Schirme, Essen und Getränke aufzutreiben. Wir bedanken uns bei allen, die irgendwie dazu beigetragen haben – Hilfe gab es von unseren Mitgliedern und Unterstützern. Andere Vereine wie der VfB St. Leon oder die Feuerwehr Rot waren sofort zur Stelle, als Hilfe benötigt wurde, natürlich auch ein herzliches Dankeschön an die großartigen Goos Bubbles und die Band „One Family Band“ sowie Juana Reimers für das Kinderschminken. Das Festkomitee um Jutta Eichstädter, Andrea Arnhold und Elvira Maga war schon Tage zuvor beschäftigt und hat daher auch ein dickes Dankeschön verdient. Auch ohne die Gemeinde und ihre Unterstützung in vielen Belangen wäre das Fest so nicht möglich gewesen, für Bürgermeister Dr. Eger waren Bürgermeisterstellvertreterin Birgit Klemenz und Hauptamtsleiterin Anette Reich zugegen und Bufdi Markus Ferma war tatkräftig überall dort zur Stelle, wo Hilfe benötigt wurde.

 

 

Juni 2017
Praktikums- und Ausbildungssoffensive

Die Eingliederung von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt ist eine Aufgabe, die wir uns mit vielen Akteuren teilen, nur Hand in Hand gelingt das. Auf der einen Seite sind da staatliche Protagonisten wie das Jobcenter, auf der anderen Seite Verbände der Wirtschaft wie die Industrie- und Handelskammern oder eben lokale Unternehmen. Unter Federführung der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung haben wir nun gemeinsam eine weitere Initiative angerollt, die das Netz zwischen den Beteiligten enger verknüpfen soll, unsere „Praktikumsoffensive“. Zunächst wurden dafür gemeinsam diejenigen Flüchtlinge ermittelt, die in näherer Zukunft ihren Integrationskurs und die damit einhergehenden Sprachmaßnahmen beenden werden und für die dann erste Schritte in Richtung Arbeit und Selbständigkeit folgen sollen. Für diese potenziellen Teilnehmer konnte zum großen Teil ein Praktikum gefunden werden, das dann in der unterrichtsfreien Zeit in den Osterferien absolviert wurde. Die verschiedensten Berufe waren vertreten und die Rückmeldungen waren nahezu alle sehr  positiv. In zwei Fällen mündet das Praktikum voraussichtlich in eine Ausbildung im gleichen Betrieb, für einen Flüchtling ist eine Anstellung als Bundesfreiwilligendienstler angeboten, in einem anderen Fall ist sogar eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Aussicht. Für alle anderen waren die Praktika wichtige Erfahrungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, Einblicke in die Arbeitskultur und sorgten für weitere Fortschritte beim Spracherwerb durch Sprachpraxis.

Wir möchten uns auch im Namen der Gemeindeverwaltung bei allen teilnehmenden Unternehmen bedanken, die meist sehr spontan und offen eine Zusage zum Praktikum machten und unsere Schützlinge bestens betreut haben. Vielen Dank daher an Bäckerei Feuerstein St. Leon-Rot, Elektro Thome St. Leon-Rot, Fliesen Stegmüller St. Leon-Rot, Gartenbau Thome St. Leon-Rot, Gießerei SLR St. Leon-Rot, Hotel Kalipeh Walldorf, Integra Gartenbau Walldorf, Kindergarten St. Raphael St. Leon-Rot, Restaurant Konoba St. Leon-Rot, Kirchliche Sozialstation Walldorf-St. Leon-Rot, Schreinerei Stumpf Nußloch, Tagespflege St. Leon-Rot

Aus den Reihen der BIA bot Tim Kneusel, unterstützt von Ute von Hahn, einen Workshop zum Thema "Vorstellungsgespräch und Bewerbungsunterlagen" an zwei Freitag-Nachmittagen an. Die Teilnehmer profitierten vom professionellen Wissen und den konkreten Gesprächsübungen und sind so gut gerüstet für weitere Vorstellungsrunden. Vielen Dank an Tim und Ute. 


 

 

Mai 2017
Heimstärke beim VfB St. Leon

Seit Ende März gibt es „Heimstärke“ auch beim VfB St. Leon. „Heimstärke“ ist ein integratives Projekt, unterstützt von Anpfiff ins Leben, SAP, TSG Hoffenheim, SV Sandhausen, FC Astoria Walldorf und VfB St. Leon, das fußballbegeisterten Flüchtlingen und Einheimischen ermöglicht, regelmäßig gemeinsam zu trainieren. Freundschaften und Begegnungen zwischen Bevölkerung und Geflüchteten soll so ermöglicht und gefördert werden. Geleitet wird es in St. Leon von Daniel Lingfeld und André Geis vom VfB. Neben dem sportlichen Aspekt sieht das Projekt auch vor, beim Lernen der deutschen Sprache sowie Unterstützung bei der Arbeitssuche vor. Für Ende April ist ein Zusammentreffen zwecks Austausch mit Profis der 1. Mannschaft des TSG Hoffenheim geplant.

Nach anfangs zaghafter Teilnahme fanden beim letzten Training etwa 15 Teilnehmer den Weg zum VfB St. Leon - Tendenz steigend. Hier gilt es, Anpiff ins Leben und dem VfB St. Leon, die das ermöglicht haben, einen großen Dank auszusprechen. Die Jungs hatten großen Spaß! Wer vorbeikommen und teilnehmen möchte, sei es um mitzuspielen, uns anzufeuern oder sich ins Tor zu stellen, ist jederzeit herzlich willkommen!

 

Das Training findet montags ab 19 Uhr statt, Treffpunkt ist 18.45 Uhr auf dem Gelände des VfB St. Leon.

April 2017

Der Osterhase kann kommen !

Manchmal sind wir selber platt, wie groß die Resonanz auf unsere Kinderangebot ist. Die Bude war jedenfalls wieder voll und Spaß hatten auch alle - wie immer wenn Ayhan, Sophia, Andrea und Elfi zur kreativen Kinderaktion einladen. Die Kinder erfahren so ganz nebenbei, welche Feste bei uns wie gefeiert werden, lernen unsere Traditionen kennen und können sich kreativ betätigen. Die Fotos sagen mehr als 1000 Worte.

 



 

April 2017
Saubere Gemeinde

 

Unser tatkräftiges Team bei der Aktion St. Leon-Rot wird sauber am vergangenen Samstag! Wir hatten das Gebiet angrezend der Unterkunft für Geflüchtete im Schiff und sorgten dafür, dass der Müll in die Tüte statt auf dem Acker liegt. 12 Personen, Ehrenamtliche der BIA sowie einige der jungen Männer halfen dabei. Zum Abschluss gab es im Bauhof einen Imbiss. Die Aktion bei frühlingshaften Temparaturen ist gelungen, Dank an alle Helferinnen und Helfer, insbesondere Silvia Schau, die das Ganze organisiert und geleitet hat. 

 

 

Starthilfe gesucht

Aus unserer Arbeit gibt es immer wieder Positives zu berichten: So steht inzwischen fast allen der zahlreichen Flüchtlingsfamilien ein Pate mit Rat und Tat zur Seite, einige Freiwillige haben sich auf unsere Aufrufe hin gemeldet und leisten nun mit großer Ausdauer tolle Arbeit, für die wir uns an dieser Stelle auch gerne bedanken wollen.

Wer noch keine Paten als Ansprechpartner hat, das sind viele der alleinstehenden jungen Männer, insbesondere aus Syrien. Die meisten von ihnen sind auch gar nicht so sehr auf Hilfe angewiesen – im Gegensatz zu Familien brauchen sie niemanden, der sie mal zum Kinderarzt fährt oder ähnliche Aufgaben übernimmt, die die Paten regelmäßig wahrnehmen. Dadurch, dass alle bereits vorher in Unterkünften im Umkreis waren, sind sie mit dem Leben in unserer Region schon sehr gut vertraut und kommen in der Regel problemlos zurecht.

Für viele beginnt jetzt jedoch ein neues Kapitel: Der Einstieg in den Arbeitsmarkt und der ist leider teilweise relativ kompliziert: Jobcenter, Berufsberatung, Bewerbungsgespräche, Lebenslauf, Schulabschlussanerkennung, Praktikum, Berufsschule – Fragen, mit denen auch deutsche Arbeitsmarkteinsteiger gerne überfordert sind, verlangen den Flüchtlingen noch viel mehr Anstrengungen ab.

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April 2017
Die Jungen Wilden (-tschlossenen) bei der BIA

In der BIA engagieren sich Menschen von 15 bis 79 Jahren - alle sind natürlich gleich wichtig. Wenn junge Menschen sich engagieren ist das immer etwas ganz Besonderes, da der Kontakt zu Gleichaltrigen für die Integration der jungen Geflüchteten besonders wichtig ist.

Ayhan Yorulmaz zum Bespiel ist seit etwa 6 Monaten aktiv – er wurde sozusagen ins kalte Wasser geworfen, da wir damals dringend einen Arbeitskreisleiter für den Bereich „Freizeit“ gesucht haben. Ayhan wusste nicht so recht, was auf ihn zukommen wird aber kaum gstartet, war er sofort in viele Projekte involviert. Ihm war es vor allem ein Anliegen, die hier angekommenen Menschen in die Gemeinde zu integrieren. „Lieber helfe ich aktiv mit, um für Veränderungen zu sorgen, wie nur zu reden, was so passiert“, begründet er sein Engagement. Er hält die Truppe zusammen, organisiert die Termine, kommuniziert, spielt mit den Jungs Fußball und lädt zum Lagerfeuer ein. Zusammen mit Jasmin Götzmann hat er einige Events für Kinder, wie Bastelaktionen oder die Nikolausveranstaltung mitgestaltet. „Mir gefällt es sehr im Team zu arbeiten und in harmonischer, familiärer Atmosphäre Gutes zu tun. Mich freut es vor allem auch, andere Kulturen kennen lernen zu dürfen – ich empfinde das als eine sehr schöne Lebenserfahrung, die mich menschlich weiterbringt“, so Ayhan über sein ehrenamtliches Treiben. Im richtigen Leben ist Ayhan selbständiger Immobilienmakler und kann so unseren Geflüchteten wertvolle Tipps bei der Wohnungssuche geben.

Sophia Maga hat im letzten Jahr ihr Abitur gemacht, war ein halbes Jahr in Neuseeland unterwegs und nutzt nun ihre Wartezeit bis zum Studium sinnvoll in der BIA. Sie ist quasi ein Allround-Gutelaune-Genie und sowohl im Deutschunterricht als in der Freizeit- und Kindergruppe aktiv. Als Patin unterstützt sie intensiv die Kinder einer syrischen Familie. Sie war sofort motiviert, mitzumachen: „Als ich gehört habe, dass Geflüchtete nach St. Leon-Rot kommen, wollte ich, dass sich diese Menschen, die so eine schwere Reise auf sich genommen haben und nun endlich irgendwo ankommen können, sich hier willkommen und mit offenen Armen empfangen fühlen. Damit sie wissen, dass es hier Menschen gibt, denen es nicht egal ist, was mit ihnen passiert. Und als ich dann gemerkt habe, wie unglaublich glücklich mich dieses Engagement macht und wie sehr, so kitschig das auch klingen mag, es mein Leben bereichert, bin ich geblieben.“  Sophia tut einfach gut – mit ihren vielen Ideen, die sie umsetzt, schafft sie es, alle mit ihrer Energie, ihrer Herzlichkeit und ihrem Optimismus anzustecken.

Auch für den Deutschunterricht sind einige junge Leute, wie Ann-Kristin, Tobias, Teresa, Vanessa, Ida und Marie aktiv. Unser jüngster Helfer ist 15 Jahre, er absolvierte bei uns ein Sozialpraktikum.

Wir möchten alle jungen Menschen ermutigen, die sich für ein ehrenamtlichen Engagement interessieren, einfach einmal zu einer Probestunde vorbei zu kommen, sei es im Deutschunterricht, bei der Freizeitgruppe, unserem Laden oder unserem nächsten Café am Sonntag, den 05.03.17 zwischen 14 und 18 Uhr. Wir brauchen Euch dringend! 

Einfach eine Mail schicken an: info@asyl-st-leon-rot.de

 

 

März 2017

Café SALERO

Wieder einmal war unser Café Salero ein gut frequentierter Anlaufpunkt für Interessierte Bürgerinnen und Bürger und unsere neuen Mitbewohner. Bei Kaffee und Kuchen wurde diskutiert, gespielt, relaxed und stolz die allerjüngsten Einwohner präsentiert.

Allen Kuchenspendern und Helfern einen herzlichen Dank!

Das nächste Café findet am 05. März von 14 bis 18 Uhr statt. Wir freuen uns auf Sie!

 

 

 

Syrische Arztfamilie seit Kurzem in St. Leon-Rot

Und es gibt sie doch: Die anfangs von Wirtschaftsverbänden bejubelten Fachkräfte, die andererseits von Asylkritikern immer wieder vermisst wurden. Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo in der Mitte. Syrien – und aus diesem Land kommen derzeit etwa 80 % der unserer Gemeinde bisher zugewiesenen Flüchtlinge -  hatte vor Ausbruch des Bürgerkriegs ein für den Nahen Osten recht gut ausgebautes Schulsystem, das in vielen Bereichen dem französischen Unterrichtungswesen angelehnt war, so reden Syrer auch von Baccalaureat, dem französischen Pendant zu unserem Abitur. Zugegeben: Der Ausbildungsstand ist sehr unterschiedlich, viele unserer Flüchtlinge hatten „einfache“ Berufe, waren Landwirte oder in der Baubranche tätig, es gibt aber durchaus auch Akademiker unter ihnen. Seit November ist mit Abdullah Ajaj nun auch ein Arzt in unserer Gemeinde wohnhaft, der studierter Mediziner ist und ein Approbationsanerkennungsverfahren in Heidelberg anstrebt, um in Deutschland praktizieren zu können.

Abdullah lebt mit seiner Frau Sanaa und seinen inzwischen 5 Kindern in St. Leon-Rot. Das älteste der Kinder ist erst 5 Jahre alt, die jüngsten, Zwillinge, gerade wenige Wochen. Da kann der erst 29-jährige Abdullah froh sein, dass der Familie noch sein Bruder Saad zur Seite steht, der 17 Jahre alt ist und das Gymnasium in Schwetzingen besucht. 2 der Kinder sind inzwischen im Kindergarten.

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Februar 2017
FC Rot spendet für unsere Kicker

 

Simon Thome macht keine halbe Sachen. Wenn er sagt, er kümmert sich darum, dass unsere Freizeitkicker wieder Trainingskleidung im Laden der BIA erhalten können, dann klappt das auch. Auf Initiative von Simon sammelten die Spieler des FC Rot Kickschuhe, Trikots und Hosen. "Sportbekleidung ist bei uns immer Mangelware, das geht weg, wie warme Semmeln", so Silvia Schau, die für unseren Laden verantwortlich ist. Inzwischen spielen - Dank engagierter Vermittlung von Karin Geis - einige der Erwachsenen und viele der Kinder Fußball in den ortsansässigen Vereinen FC Rot oder VfB St. Leon oder jetzt über Winter auch beim Team des JUZ im Harres. 

Neue Sportbekleidung ist teuer und die wenigsten können sich die Ausstattung im regulären Laden kaufen. Deshalb sind wir über die großzügigen Spenden der FC Roter Spieler dankbar. Für wenige Euros können sich die Geflüchteten bei uns ausstatten. Zwei bis drei Euro kosten ein paar Sportschuhe, oder eine Trainingshose. Der Preis ist eher symbolisch und dient dazu, dass die Artikel wertgeschätzt werden und nur mitgenommen wird, was man auch tatsächlich benötigt. 

Mit den Einnahmen wiederum können wir Deutschbücher, unser monatliches Café oder Koch- und Bastelaktionen u.v.m. finanzieren. 

Liebe Fußballer vom FC Rot - Ihr könnt sicher sein, dass Eure Spende ankommt. Herzlichen Dank!

Unser Laden für Bedürftige ist zwei Mal die Woche für je zwei Stunden geöffnet. Wir suchen dringend noch Ehrenamtliche, die Silvia und ihr Team unterstützen. Da hier alle Geflüchteten früher oder später vorbeischauen, um das ein oder andere zu kaufen, ist es eine gute Einstiegsmöglichkeit in unsere Arbeit und eine gute Gelegenheit, sich kennenzulernen. Geeignet ist es auch für alle, denen nur ein kleines Zeitbudget zur Verfügung steht.

Silvia Schau freut sich über jede Form von Mithilfe, am besten per Mail melden: spenden@asyl-st-leon-rot.de

 

Januar 2017
Unsere Vereinsgründung: Was lange währt, wird endlich gut

 

Nach eineinhalb Jahren erfolgreicher Arbeit als Bürgerinitiative Asyl St. Leon-Rot haben wir am vergangenen Freitag, den 13. Januar 2017, unseren Verein „Bürger für Integration und Asyl St. Leon-Rot“ – kurz BIA - gegründet. Ein langer Prozess ging der Vereinsgründung voraus, in dem wir die Vor- und Nachteile genau gegeneinander abwägten. Gründe, die uns zu dem Schritt bewogen haben, waren letztendlich, die Möglichkeit unabhängig Entscheidungen zu treffen und eine stärkere Position nach Außen. 

Am Freitag abend kamen zur Versammlung knapp 30 Ehrenamtliche zusammen, die Gründungsmitglieder wurden. Darunter die beiden Syrer Munzer Mahmoud und Ahmad Almatar, was uns besonders freut. Ist es doch ein Ausdruck gelungener Integration und ein Zeichen dafür, ebenfalls ins Ehrenamt einzusteigen und Schutzsuchenden zu helfen. Wer könnte das besser, als Menschen, die eine ähnliche Situation erlebt haben und die Landessprache sprechen.

Nach Vorstellung, Diskussion und Verabschiedung der Satzung wurde der Vorstand und die Kassenprüfer für die nächsten beiden Jahre gewählt:

1. Vorsitzende: Gabi Dörflinger

2. Vorsitzende: Jutta Eichstädter

Schatzmeister: Manfred Massinger

Schriftführer: Tobias Rehorst

Beisitzerin: Andrea Arnhold

Die beiden Kassenprüfer sind Endrik Ebel und Monika Hecker.

Pläne für das laufende Jahr gibt es viele. Bei voraussichtlich über 100 neu ankommenden Geflüchteten schauen wir auf ein aufgabenreiches Jahr mit vielen neuen Herausforderungen. Ein Schwerpunkt wird die Unterstützung der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt und die Suche nach Wohnraum sein. Die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der katholischen und evangelischen Kirche sollen selbstverständlich fortgesetzt werden.

Der Verein wird die Basis für unsere Arbeit sein, der Beitritt ist für die Ehrenamtlichen freiwillig. Da alle ehrenamtlich Tätigen über das Land Baden-Württemberg versichert sind, ist es allen bei uns Engagierten freigestellt in den Verein einzutreten oder weiterhin frei bei uns mitzuwirken.

„Nach dem afrikanischen Sprichwort: „Wenn viele kleine Leute viele kleine Schritte gehen, können sie das Gesicht der Welt verändern“, freuen wir uns natürlich über jeden weiteren Ehrenamtlichen und jedes Mitglied. Wir benötigen in allen Arbeitskreisen Unterstützung, insbesondere suchen wir im Moment Deutschlehrer und Paten, die bereit wären, eine Familie zu unterstützen. Interessenten können uns einfach eine Mail schicken an: info@asyl-st-leon-rot.de

Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 12 Euro festgesetzt, Familien bezahlen 20 Euro im Jahr.

Wer Mitglied werden möchte, bitte Mail an: info@asyl-st-leon-rot.de

Fotos: Tanja Steger - absolut fotografie

 

 

Die BIA – von 5 auf 100

Wer von 5 auf 100 kommen will, muss ganz schön aufs Gas treten. Genau das haben wir in den vergangenen Monaten getan. Vor einem Jahr noch lebten in unserer Gemeinde  gerade einmal eine Handvoll Geflüchtete, heute sind es an die 100 Neubürger. Über drei Viertel der Neuankömmlinge stammen aus Syrien. Zwei Drittel leben gemeinsam mit Familienangehörigen in St. Leon-Rot.

Aber auch unsere Bürgerinitiative Asyl ist auf gut 100 Unterstützer angewachsen, von denen etwa 50 regelmäßig im Einsatz sind. Gut, dass sich die Arbeit auf viele Ehrenamtliche verteilt, auch wenn einige Schultern ab und an sehr viel zu tragen haben und wir weiterhin jede helfende Hand gebrauchen können.

In den letzten Monaten haben wir Strukturen geschaffen, acht Arbeitskreise sind derzeit aktiv und organisieren die Arbeit in den Bereichen Bildung, Freizeit, Patenschaft, Spenden mit kleinem Laden, Soziales, Fahrräder, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit. 

Konkret heißt das 

  • acht Deutschkurse pro Woche, im Schnitt mit zwei Lehrern besetzt
  • monatliche Spendenannahme
  • zwei Mal pro Woche Öffnung des Ladens, Annahme und Verteilung von Möbeln
  • mindestens ein wöchentliches Freizeitangebot, außerdem eine Fußballgruppe, eine Theatergruppe, mehrere Koch- und Backabende, Ausflüge
  • unzählige, begleitete Amts- und Arztbesuche
  • jeder Geflüchtete erhält bei Bedarf ein Fahrrad
  • Fortbildungen für Ehrenamtliche
  • die Vermittlung von Praktika und Ausbildungsstellen
  • viele glückliche Gesichter, wenn eine Patenschaft zustande kommt
  • regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit

Unsere Highlights in 2016 waren sicher die vier Neugeborenen, davon ein Zwillingspaar, die Eröffnung unserer Begegnungsstätte SALERO inklusive Laden, Lagerfeuer- und Gesangsabend, Kino- und Diskussionsveranstaltung, die Wandbemalung mit chilenischen Malern, ein Kürbis- und Nikolausfest, Advent im Garten, die Theateraufführungen "Erna, der Baum nadelt" und unsere Weihnachtsfeier.

Bei einer Aufzählung wie dieser läuft man immer Gefahr, das ein oder andere vergessen zu haben. Bei der großen Anzahl an Aktionen, die von der Idee bis zur Umsetzung manchmal in wenigen Tagen gestemmt wurden, oft mit enormem Einsatz einzelner, hat jeder seine Schwerpunkte und individuellen Erinnerungen, die prägend sind und zum Weitermachen motivieren.

Unser Netzwerk

Auch wissen wir die Arbeit und die Strukturen, die von Seiten der Gemeinde – insbesondere von Bürgermeister Dr. Eger und Frau Reich - geschaffen wurden, sehr zu schätzen. Herauszuheben ist die dezentrale Unterbringung, die Schaffung von ausreichend Wohnraum in kurzer Zeit an vielen Standorten sowie die Überlassung von Räumlichkeiten, die wir für unsere Arbeit nutzen dürfen. Immer wieder hören wir bei Netzwerk-Treffen mit anderen Asylkreisen, wie vorbildlich St. Leon-Rot aufgestellt ist und wieviel Unterstützung die Geflüchteten durch das Gemeindeteam erfahren. Ein großer Dank an dieser Stelle an die Sozialarbeiter Barbara Bailey und Simone Schuster sowie den Flüchtlingsbeauftragten Benjamin Schwalb, mit denen wir einen regen und sehr konstruktiven Austausch pflegen. Auch die Schaffung eines Netzwerkes von evang. und kath.  Kirche, Gemeinde und BI Asyl zeigt, dass alle an einem Strang ziehen.

Rück- und Ausblick

Natürlich ist nicht alles positiv und rosarot gelaufen im vergangenen Jahr und auch wir mussten einige Erwartungen korrigieren und an uns arbeiten. Wir sind durch schwierige, anstrengende Monate gegangen, die Zeit und Energie gekostet haben, in denen wir voneinander viel gelernt und die uns zusammengeschweißt haben. 

Für das kommende Jahr gibt es bereits viele Pläne, unter anderem die beschlossene Gründung eines Vereines und die damit einhergehende, neue Namensgebung "Bürger für Integration und Asyl". Dass wir den Fuß noch lange nicht vom Gaspedal nehmen können und die Arbeit mit viel Tempo weitergehen wird, dafür werden etwa 150 Geflüchtete, die in 2017 in unsere Gemeinde kommen sollen, sorgen. Deshalb suchen wir in allen Arbeitskreisen weitere Ehrenamtliche. 

Auch wenn das Leid in unserem Land jetzt sehr groß ist, sollten wir auch an diejenigen denken, deren Leben in den Krisengebieten bedroht sind. Viele der Geflüchteten haben Krieg und furchtbaren Terror hautnah erlebt, haben Verwandte in den Krisenregionen zurück gelassen und suchen bei uns Frieden, damit sie sich eine Zukunft in Sicherheit aufbauen können. Das dürfen wir, auch nach den Schreckensmeldungen der letzten Tage, nicht vergessen.

Herzlichsten Dank

Nun bleibt noch ein Riesen-Dankeschön allen Ehrenamtlichen auszusprechen, die sich einbringen, die ackern, die sich nicht ausbremsen lassen und unterstützen, wo es geht. Allen voran unseren AK-Sprechern: Andrea Arnhold, Hans Bechberger, Gabi Dörflinger, Jutta Eichstädter, Ute von Hahn, Angelika Knoch, Jutta Krebs, Elvira Maga, Manfred Massinger, Anna Panteghini-Stoye, Tobias Rehorst, Silvia Schau, Gerd Schmidt und Ayhan Yorulmaz.

Dank an das Hauptamt der Gemeinde, Frau Wendler von der evangelischen Kirche, Herrn Uhl von der katholischen Kirche, allen Ehrenamtlichen, den ortsansässigen Vereinen und Institutionen, den zahlreichen Sach-Spendern und finanziellen Unterstützern. Wir versichern Ihnen, Ihre Hilfe kommt an.

 

 

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