Willkommen bei der BIA
Januar 2026
Spende an den Verein Pickup4Ukraine
Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder den Verein Pickup4Ukraine unterstützen können. Unser Vorstandsmitglied Andrea Arnhold sammelte bei der Veranstaltung Advent im Garten etwa 800 Euro zugunsten des Vereins. Die BIA stockte den Betrag um 1.200 Euro auf, sodass ein Spendenbetrag von 2.000 Euro an die Vorsitzenden Annette Ehrnsperger und Michael Sylvester übergeben werden konnte. Annette brachte Ihren Dank zum Ausdruck:
„Auch im Namen des Vereins sagen wir Euch vielen herzlichen Dank! Das ist eine außergewöhnlich großzügige Unterstützung, die uns sehr bei der Beschaffung der nächsten Fahrzeuge helfen wird. Und wir schätzen das auch als großes Zeichen der fortgesetzten Solidarität mit der Ukraine. Es geht letztlich um uns alle. Die Ukraine kämpft nicht nur für sich selbst, sondern eben für unsere Freiheit und für den Schutz unserer Werte zugleich. Wir haben mit den Vorbereitungen der nächsten Fahrt begonnen und haben eine gut gefüllte Wunschliste für Fahrzeuge.“
Pickup4Ukraine fährt seit über drei Jahren mehrmals in die Ukraine, um bis heute insgesamt 80 Fahrzeuge für den zivilen Einsatz, wie Krankentransport und Transporte von medizinischem Material, in Richtung Front zu überbringen. Die Fahrer übernehmen die Benzin-, Übernachtungs- und Verpflegungs- und Rückreisekosten selbst. Die Spende kommt so voll und ganz an. Im vergangenen Jahr übernahm ein Mitglied der BIA, Holger Maier, eine Fahrt und konnte sich so von der Lage vor Ort ein Bild machen. „Im Oktober 2025 fand die 17. Fahrt mit zehn Fahrzeugen statt nach Kiew. Mit im Gepäck hatten wir medizinisches Material sowie eine Großspende der BIA von 6.000 Einmalhandschuhen, ebenfalls für die medizinische Versorgung. Die Dankbarkeit der Menschen war direkt zu spüren. Der Verein organisierte Fahrtroute, Übernachtungen, Zollangelegenheiten sowie ein kleines Besichtigungs-Programm in Kiew. Von Bombenalarmen blieben wir die beiden Nächte verschont, trotz allem ist der Krieg natürlich allgegenwärtig.“
Foto (von links): Bei der Spendenübergabe - Andrea Arnhold, Karin Geis (beide BIA), Annette Ehrnsperger und Michael Sylvester (Pickup4Ukraine)
Ein ausführlicher Bericht über die Fahrt ist zu lesen auf der Website: https://pickup4ukraine.org/unser-17-transport-und-das-70-fahrzeug/
Regelmäßiges Beratungsangebot
Wir bieten seit Mitte Januar ein offenes Beratungsangebot im SALERO für Hilfesuchende. Wir unterstützen bei Fragen zu Formularen und Briefen, von Aufenthaltsverlängerungen bis hin zu Anträgen Grundsicherung im Alter und anderen Leistungsanträgen, wie Kindergeld, Elterngeld usw. oder Hilfe bei Fragen zu Versicherungen und Verträgen. Es soll ein niederschwelliges Angebot sein, das Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt.
Mittwochs ab 18.30 Uhr
Ladenöffnungszeiten
Unser Laden hat nach der Winterpause wieder geöffnet zu folgenden Zeiten:
- Dienstag, 10 bis 12 Uhr
- Donnerstag, 15.30 bis 17.30 Uhr
Kleinspenden werden zu den Ladenöffnungszeiten gerne angenommen.
Gutes Neues Jahr
Mit diesem wunderschönen Gedicht von Rose Ausländer wünschen wir allen Freunden ein gutes, friedliches Jahr 2026!
Im Neuen Jahr
grüße ich meine nahen und
die fremden Freunde
grüße die geliebten Toten
grüße die Einsamen
grüße die Künstler
die mit den Worten Bildern Tönen
mich beglücken
grüße die verschollenen Engel
grüße mich selber
mit dem Zuruf Mut.
Rose Ausländer
(aus: Im Atemhaus wohnen. Gedichte 1981)
Erinnerung Winterfeier
Am 25.1., 17 findet unsere Winterfeier für Ehrenamtliche statt. Wir treffen uns um 17 Uhr im Badener Saal im Harres und freuen uns darauf, einen schönen, gemütlichen Abend miteinander zu verbringen.
Sollte jemand noch spontan dazu kommen wollen bzw. absagen müssen, bitte eine kurze Mail an: vorstand@asyl-st-leon-rot.de
Neue Integreat-App ist online
Seit Kurzem finden Zugewanderte, Ehren- und Hauptamtliche im Rhein-Neckar-Kreis viele wichtige Informationen rund um Wohnen, Arbeiten, Ankommen und mehr in der Integreat-App. Es ist eine mehrsprachige digitale Informationsplattform. Wir haben sie getestet und sind der Meinung, dass die App bzw. die Onlineseite hilfreiche Informationen liefert und einfach zu bedienen ist..
Sie umfasst zum Beispiel Informationen zum Aufenthalt, zu Behörden, Sprachkursen, Arbeit, Gesundheit, Bildung oder auch zu lokalen Beratungs- und Unterstützungsangeboten und Links auf wichtige Formulare. Wir haben sie getestet und sind der Meinung, dass sie verständlich aufbereitet ist. Sprachbarrieren können durch Mehrsprachigkeit überbrückt werden.
Die Integreat-App ist kostenlos im App Store und im Google Play Store verfügbar. Alternativ kann sie über den Browser genutzt werden:
https://integreat.app/rhein-neckar-kreis/de
Dezember 2025
Schöne Weihnachten allen unseren Freunden!
Wir wünschen allen Unterstützern und Freunden der BIA ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein hoffentlich friedliches Neues Jahr. Viel Gesundheit, gegenseitiger Respekt und Offentheit für Neues soll Euch begleiten und darin bestärken, denen zur Seite zu stehen, die unsere Hilfe benötigen.
Weihnachtszeit ist Freudenzeit!
Alle Jahre wieder ... kommt der Nikolaus zur BIA – ein traditionelles Ereignis, auf das sich viele Kinder und Erwachsene freuen. Es ist immer ein kleines Spektakel, wenn Nikolaus Albert mit seinem Rauschebart und Bischofsstab ins SALERO einzieht und „Hof“ hält wie letzten Freitag. Dieses Mal waren die Kinder besonders gut vorbereitet – teilweise im Nikolauskostüm oder einer Nikolausmütze – wurden die von Christoph Rehorst auf dem Keyboard angestimmten Nikolauslieder lautstark begleitet. Unser weihnachtlicher Hof mit einem wunderschönen Weihnachtsbaum (herzlichen Dank an Christbaumland für die Spende) lud zum Verweilen ein. Angeboten haben wir Punsch, Laugenstangen, Lebkuchen, Mandarinen und mitgebrachte Süßspeisen, und jedes Kind ging mit einer Nikolaustüte nach Hause. Herzlichen Dank an alle, die zum Gelingen beitrugen, insbesondere Albert Weinlein, Christoph Rehorst und dem BIA-Orgateam.
Wir laden unsere Mitglieder und Ehrenamtliche zu unserer jährlichen Winterfeier ein.
Bitte den 4. Juli 2026 vormerken:
Im Jahr 2026 feiern wir unser 10-jähriges Jubiläum. Es wird einige Aktivitäten geben und einen Rückblick, auf das, was wir geschafft haben – das war ganz schön viel!
Wir berichten in Kürze!
Glitzer, Glühwein, Glücksgefühle bei der 6. Auflage von Advent im Garten

Hoch am Himmel strahlte ein freundlicher Mond über dem liebevoll geschmückten Garten des Ehepaars Arnhold in der Stefanstraße in St. Leon. Hunderte von Lämpchen, Kerzen und weihnachtlicher Dekoration sorgten für eine zauberhafte Stimmung bei der 6. Auflage von „Advent im Garten“ am ersten Adventswochenende.
Der Duft von Glühwein und Punsch wetteiferte mit dem von frisch gebackenen Waffeln, köstlich brutzelnden Grillwürsten und einem deftigen Borschtsch. Dazu gesellten sich weihnachtliche Weisen von Maria Bierwald (Querflöte) und ihren eifrigen „Flöten-Kids“ sowie der Band „Busch 29“, die mit einem speziellen Weihnachtsprogramm aus Pop und Rock für den entsprechenden Rahmen sorgte.
Abgerundet wurde das Angebot durch selbst gestaltete Geschenkideen, die Kerstin Knopf unter ihrem Label „Glücksknopf“ im Nebengebäude bereithielt. So strömten die Besucher, darunter bereits viele „Stammgäste“, denn auch zahlreich in den Hof der Familie Arnhold und stimmten sich in gemütlicher Atmosphäre auf die Adventszeit ein.
Seit 2016 richten Andrea und ihr Mann Günter diese Veranstaltung aus, die für jedermann offen ist. Baustellen- und coronabedingt mussten sie von 2019 bis 2022 pausieren, sind seit 2023 aber wieder am Start. „Etwa ab Halloween beginnen wir, unseren Garten herzurichten“, erzählt Andrea und schiebt gleich noch ein paar beeindruckende Zahlen hinterher: 65 Bratwürste im Brötchen, 20 Wraps, rund 5 kg Waffeln (gespendet von Annette Ehrensberger von „pickup4ukraine“) und 10 Liter Borschtsch wurden dieses Jahr verzehrt. Letzterer wurde von einer ukrainischen Familie zubereitet und ebenfalls gespendet! Auch den Getränken wurde gut zugesprochen: 18 Liter Glühwein und 5 Liter Kinderpunsch flossen durch die Kehlen.
Verkauft wurden diese Köstlichkeiten nicht: Jedem war es selbst überlassen, in Spendentöpfchen den Betrag zu hinterlassen, den er als angemessen erachtete. Auf diese Weise kamen über 800 Euro für „pickup4ukraine“ zusammen! Dafür allen Besuchern und Spendern ein herzliches Dankeschön.
Der Dank von Andrea und Günter gilt darüber hinaus der BIA für die teilweise Übernahme der Lebensmittelkosten, der Bäckerei Götzmann für die Baguette- und Brötchenspende, den Musikern sowie den vielen Helfern von BIA, ohne die dieses Fest nicht zu stemmen gewesen wäre und natürlich den Arnhold’schen Familienmitgliedern, die extra aus Aalen angereist waren.
Dass es sich hier um ein Fest für Jung und Alt handelt, beweist die Veranstaltung aus dem letzten Jahr: Die jüngste Besucherin zählte 2024 gerade mal 15 Monate, die älteste 99 Jahre. „Das ist es auch, was uns am Wichtigsten ist“, merkt Andrea an, „die Begegnung von Menschen, die sich ansonsten wahrscheinlich nie getroffen hätten.“
Und so freuen sich alle auf ein Wiedersehen am 28. November 2026!
Dramatische Flucht - Irakische Familie sucht neues Zuhause
„Du stehst auf der Liste!“ Rayad Mazyad zögert nach dieser Information keine Sekunde. Damals ist er im Dienst bei der irakischen Polizei in einer paramilitärischen Truppe, die zur Bekämpfung des IS eingesetzt ist. „Die Liste“, das ist die Auflistung der Gegner des IS und kommt einem Todesurteil gleich. Rayad packt ein paar Sachen, setzt seine Frau Zaiaan und seine beiden damals 9 und 7 Jahre alten Söhne ins Auto und versucht zunächst nach Bagdad zu gelangen, von wo aus er das Land verlassen will.
Unterwegs stockt der Verkehr: eine Kontrollstelle des IS. Als die bewaffneten Kämpfer die Insassen des Wagens vor ihm gewaltsam zum Aussteigen zwingen, gibt Rayad Gas. Sein Auto wird von Kugeln durchsiebt, seine Frau trifft es am schlimmsten: Sie erleidet Schussverletzungen an den Beinen, im Rücken und an der Schulter. Rayad kommt glimpflicher davon, die Kinder, die im Rückraum auf dem Boden liegen, bleiben unverletzt. 30 km hält sein Wagen noch durch, dann gibt der Motor auf. Auf abenteuerlichen Wegen zu Land, zu Wasser und in der Luft entkommt die Familie und gelangt schließlich nach Deutschland, wo sie in St. Leon-Rot zur Ruhe kommt – das war vor 10 Jahren.
Deutschland ist ihre zweite Heimat geworden, sie können sich nicht vorstellen, nochmals von hier wegzugehen, schon gar nicht in ihre Heimat, wo sie weiterhin um ihr Leben fürchten müssen. Rayad ist hier bei einer Sicherheitsfirma tätig, die Geflüchtetenunterkünfte betreut und verdient so gut, dass seine Familie ausreichend abgesichert ist. Seiner Frau ist es verletzungsbedingt nicht möglich, zu arbeiten. Über 20 Operationen musste sie über sich ergehen lassen und ein Ende ist nicht abzusehen. Von ihrem liebsten Hobby, dem Tanzen, kann sie momentan nur träumen. Aber sie kocht gerne und liebt Musik. Rayad treibt in seiner Freizeit Sport. Die beiden großen Jungs befinden sich derzeit in Berufsausbildung und lieben Fußball. Der Älteste betätigt sich überdies gerne als Rapper. Der jüngste Sohn, 6 Jahre alt und hier in Deutschland geboren, ist jetzt gerade in die Schule gekommen.
„Wir fühlen uns sehr wohl hier“, schwärmt Rayad, „wir haben nur gute Erfahrungen gemacht. Danke an alle, die hilfsbereit waren, danke an Deutschland, danke an die BIA!“ Man spürt, wie sehr ihm diese Worte aus dem Herzen kommen.
Einen Wunsch hat die Familie noch: eine größere Wohnung, möglichst im Erdgeschoss oder mit Aufzug, da Zaiaan durch ihre Schussverletzungen gehbehindert ist. Noch schöner wäre ein Haus mit Garten. „Aber auf jeden Fall hier im Ort“, betont Rayad. „Wir haben so viele Freunde hier, von denen möchten wir uns nicht mehr trennen!“
Wer dieser sympathischen Familie bei der Wohnungsvermittlung helfen möchte, kann sich mit einer E-Mail vorstand@asyl-st-leon-rot.de an die BIA wenden.
Dezember 2025
Advent im Garten
29.11.25 ab 16.30 Uhr, Stefanstr. 34, Ortsteil St. Leon
bei Familie Arnhold - in Zusammenarbeit mit der BIA
Fast schon eine Tradition ist der „Advent im Garten“ bei Arnholds. Sie ist seit vielen Jahren eine der schönsten Adventsveranstaltungen im Ort. Im kleinen, wunderschön festlich geschmückten Hinterhof und Garten kann man sich auf die Weihnachtszeit einstimmen. Für die musikalische Umrahmung sorgt die kleine Band „Busch29“, genauer gesagt, das Ehepaar Andrea und Jörg Hofer – selbstverständlich ist für Essen und Trinken gesorgt – der Hof ist teilweise überdacht und es gibt auch einen gemütlichen Raum zum Aufwärmen.
Andrea und Günter Arnhold engagieren sich seit vielen Jahren bei der BIA - Andrea unter anderem als Patin, Organisatorin sowie als ehemalige Vorsitzende - eine Frau mit vielen Talenten. Bedürftige sind ihr schon immer ein Anliegen und so widmet sie die Veranstaltung wie jedes Jahr einem sinnvollen Zweck.
Wie bereits im letzten Jahr geht die Spende an den Verein "Pickup4Ukraine". Der Verein finanziert und transportiert Fahrzeuge und medizinisches Material in den Osten der Ukraine. Zivile Krankenhäuser und Ärzte in oder in der Nähe der Kampfgebiete sind von unzureichenden Versorgungsketten abhängig und verfügen oft nicht über die grundlegendste medizinische Versorgung. Geeignete Fahrzeuge dienen zum Beispiel zivilen Organisationen für die Evakuierung von Verwundeteten aus dem Frontgebiet, andere werden für den Transport von medizinischem Material, Pflegebedarf, Krücken usw. eingesetzt. Von Seiten der BIA wurden für den letzten Transport im Oktober 500 Einmalhandschuhe gespendet.
Insgesamt 17 Transporte mit jeweils mehreren Fahrzeugen wurden organisiert. Bei der Fahrt im Herbst wurde das 70. Auto übergeben - die Nachfrage ist hoch, da die durchschnittliche Lebensdauer eines Fahrzeugs, das in Frontnähe eingesetzt wird, lediglich drei Monate beträgt. Die nächsten Fahrzeugtransporte werden bereits organisiert!
Wir freuen uns über zahlreiche Besucher beim Advent im Garten! Mehr Infos über die BIA und Pickup4Ukraine auf den Websites:
https://pickup4ukraine.org
November 2025
Bericht über unsere Vorstandssitzung
Am 12.11.25 tagte unser Vorstand im SALERO in Anwesenheit der Integrationsbeauftragten der Gemeinde, Diana Matha. Sie berichtete, dass dem Integrationsmanagement ab Januar nur noch 30 Wochenstunden zur Verfügung stehen, im letzten Jahr waren es noch 70 Stunden für etwa 300 Geflüchtete. Aufgrund der Verwaltungsvorschriften des Landes Baden-Württemberg werden Geflüchtete nur noch drei Jahre durch das Hauptamt unterstützt, sodass zukünftig von einer großen Beratungslücke ausgegangen werden kann.
Die Praxis zeigt, dass einige Geflüchtete, darunter zählen Menschen mit geringer Bildung, Frauen mit Kindern, aber auch Jugendliche, länger Hilfe benötigen, z. B. bei der Arbeits- oder Wohnungssuche. Hier wurde über Möglichkeiten diskutiert, wie die BIA unterstützen kann und welche Projektanträge von Seiten des Landes in Frage kommen, um die Lücke zu schließen. Einig waren wir uns darüber, dass auf das Ehrenamt ein erhöhter Aufwand zukommen und dies nur mit zusätzlich engagierten Menschen zu leisten sein wird.
Ein weiterer Diskussionspunkt war die Anfrage von Bürgern zur Aussage des AfD-Gemeinderates Arthur Edinger bei der Gemeinderatssitzung vom 30.09.25. Mit einem provokanten Wortspiel stellte er in den Raum, dass die BIA hohe Zuschüsse von Seiten der Gemeinde erhält, Zitat: „… möchte ich betonen, dass ich Verwendungen gesagt habe und nicht Verschwendungen von Steuergeldern der St. Leon-Roter Bürger wie zum Beispiel für den Verein Bürgerinitiative für Integration und Asyl in Höhe von jährlich ca. 22.500 Euro.“ Diese falschen Angaben platzierte Herr Edinger, als es inhaltlich um die Ausgaben zur Kramer-Mühle ging.
Die Vorstandschaft um Karin Geis und Tobias Rehorst erklärte, dass die BIA wie jeder andere Verein der Gemeinde den vom Gemeinderat beschlossenen Förderrichtlinien unterliege. “So erhält die BIA, gekoppelt an die Anzahl der Mitglieder, jährlich eine Vereinsförderung – in 2024 betrug diese 1.480 Euro. Darüber hinaus erhielt die BIA seit 2017 – über 8 Jahre verteilt – Zuwendungen von insgesamt 6.425 Euro als Anerkennung der geleisteten Integrationsarbeit. Die BIA wird über die Vereinsförderrichtlinien vom 31.01.2023 (online auf der Gemeinde-Website) – wie andere gemeinnützige Vereine im Ort auch – durch die Überlassung von gemeindeeigenen Räumen unterstützt.", so Karin Geis, die 1. Vorsitzende der BIA.
„Die Aussage von AfD-Gemeinderat Edinger ist weder zahlenmäßig belegt, noch diente sie einer sachlichen Diskussion. Im Wortprotokoll wurde der falsche Betrag zitiert, ohne ihn richtig zu stellen. Wir bitten darum, beim Lesen des Gemeinderatsberichtes zu beachten, dass die Zahlen von Herrn Edinger falsch sind“, so ein weiteres Mitglied des Vorstandes.
Der Abend endete mit Organisatorischem und der Planung für 2026.
Oktober 2025
Unsere Mitgliederversammlung am 15.10.2025
Im Zentrum der jährlichen Mitgliederversammlung des Vereins BIA-Bürger für Integration und Asyl in St. Leon-Rot e.V. am 15.10.2025 standen zum einen die Neuwahlen für den Vereinsvorstand, zum anderen aber eine Diskussion über die künftige Ausrichtung des
Vereins.
Dem voraus gingen Berichte über die Arbeit des Vereins und seiner internen Arbeitskreise. Für die Vorstandschaft berichtete Karin Geis von zahlreichen Aktionen. So habe man sich mit einem sehr gut besuchten „Kochevent“ an der von der Gemeinde initiierten Woche der Vielfalt beteiligt. Die Nikolaus- und die Osteraktion des Vereins hätten sich zwischenzeitlich fest im Vereinsleben etabliert und würden alljährlich für strahlende Kinderaugen sorgen. Mit einer Winterfeier und einem sommerlichen Austausch würdige man das ehrenamtliche Engagement. Familie Arnhold habe auch im letzten Jahr einen stimmungsvollen „Advent im Garten“ in Kooperation mit dem Verein durchgeführt. Nach wie vor lebten etwa 300 zugewiesene Personen in der Gemeinde, davon etwa 150 Menschen aus der Ukraine, die der Verein je nach Bedarf unterstütze.
Ute von Hahn wusste für den Arbeitskreis „Deutsch“ davon zu berichten, dass man mit insgesamt zehn Helferinnen und Helfern derzeit die dem Verein gemeldeten Unterstützungsbedarfe abdecken könne. Von Grundschülern über Auszubildende bis hin zu Familienvätern oder Müttern mit kleinen Kindern zeige sich die „Schülerschaft“ sehr unterschiedlich.
Für den Laden der „BIA“ berichtete Karin Geis, dass man die zahlreichen Sach- und Kleiderspenden an zwei Öffnungsterminen pro Woche im Laden verkaufe. Zum Kreis der Helfenden gehörten drei Geflüchtete aus der Ukraine sowie zwei aus Afghanistan, deren Einsatz eine große Bereicherung darstelle. Die Einnahmen aus dem Laden würden die Vereinsarbeit stützen, könnten darüber hinaus aber auch Projekten in Herkunftsländern zugute kommen.
Für den Arbeitskreis „Patenschaften“ berichtete Tobias Rehorst von der Verstetigung der teils schon viele Jahre bestehenden Patenschaften. Auch für ggf. neu ankommende Menschen wolle man dieses Angebot aufrecht erhalten. Über die Arbeit der Öffentlichkeitsarbeit des Vereins berichtete Karin Geis, stellvertretend für die Aktiven um Gabi Dörflinger. Man versuche umfassend auf allen Kanälen aktiv zu sein, insbesondere auch durch Berichte über die Schicksale der Geflüchteten und ihren Weg in Deutschland. Sehr positive Nachrichten gab es von der Fahrradwerkstatt des Vereins, die dank vieler Spenden und der Expertise von Hans Scholl einen großen Bestand intakter Fahrräder vorweisen kann. Ebenso positiv waren die Informationen des Kassenwarts Konrad Weinacht, dem auch von den Kassenprüfern eine erfolgreiche Kassenführung attestiert worden ist.
Es folgten die Neuwahlen, die den bisherigen Vereinsvorstand bestätigten. Alle Amtsinhaber hatten erklärt, für weitere zwei Jahre die Geschicke des Vereins zu lenken. Mit Andrea Arnhold kehrte die ehemalige Vereinsvorsitzende wieder als zusätzliche Beisitzerin zurück. (Foto oben von links: Karin Geis, 1. Vorsitzende, Ute von Hahn, Beisitzerin, Guido Geber, Beisitzer, Elvira Maga, 2. Vorsitzende, Konrad Weinacht, Schatzmeister, Erika Ebel, Beisitzerin, Tobias Rehorst, Schriftführer, Andrea Arnhold, Beisitzerin - auf dem Foto fehlt Gabi Dörflinger, Beisitzerin.
Eine anvisierte Satzungsänderung im kommenden Jahr wurde von der Versammlung
diskutiert: Durch den Umzug des Ladens vom Hinterhof in das ehemalige Gasthaus „zum Hirsch“ wird der Laden sichtbarer werden und soll sich öffnen. Wie bisher auch in der Praxis gehandhabt, soll er allen Menschen mit kleinerem Geldbeutel offen stehen.
Zur vereinsrechtlichen Absicherung regte der Vorstand nun eine
Satzungsänderung an. Auch eine Änderung des Namens in „BIA – Bürger für soziale Integration und Asyl“ soll dieser leicht modifizierten Ausrichtung Rechnung tragen. „Wir haben uns schon immer einem weiten Begriff von Integration verschrieben, der niemanden ausschließt“, so die Vorsitzende Karin Geis, „das wollen wir so noch mal klarstellen.“
Wir sammeln Kerzenreste
Wir nehmen Kerzenreste aller Art und Paraphin an und geben diese weiter. Daraus werden neue Kerzen, die in die Ukraine geliefert werden, In Kellern, Bunkern und Gruben dienen sie zum Heizen und Aufwärmen von Essen.
Derzeit ist es im Osten in der Ukraine bitterkalt. Die Kerzen helfen den Menschen durch den Winter zu kommen,
Wir freuen uns über alle Art von Kerzen.
Abgegeben werden können sie zu den Ladenöffnungszeiten:
dienstags: 10 bis 12 Uhr
donnerstags; 15.30 bis 17.30 Uhr
Vermeintliche „Spenden“ werden zunehmend zum Problem
Wer freut sich nicht, wenn er unverhofft eine kleine Überraschung vor der Tür findet? Freude kommt bei den BIA-Mitarbeiterinnen und -mitarbeitern derzeit allerdings nicht auf, wenn sie den Hof in der Hauptstraße 113 betreten. Und klein sind die „Überraschungen“ meist auch nicht. In jüngster Zeit häufen sich die Fälle, in denen einige Zeitgenossen den Begriff „Spende“ mit „Müllentsorgung“ verwechseln – und das trotz eines deutlichen Hinweisschildes an der Ladentür.
Aber der Reihe nach: Wir von der BIA haben mit viel Engagement in den vergangenen Jahren einen kleinen Laden aufgebaut, der Geflüchteten und Menschen, mit denen es das Schicksal nicht so gut meint, ein breites Sortiment an Kleidung, Spielwaren und Haushaltsartikeln zu kleinen Preisen anbietet. All dies wäre nicht ohne die großzügige Spendenbereitschaft der Bevölkerung möglich. Wir freuen uns daher stets, wenn gut erhaltene Artikel, die in unser Sortiment passen, den Weg in unseren Laden finden. Die Betonung liegt dabei auf „gut erhalten“.
Was momentan allerdings säckeweise und – natürlich – anonym vor unserer Tür landet, hat diesen Begriff nicht verdient. Gut 80 % dessen, was aus den Mülltüten und Pappkartons hervorquillt, kann nicht mehr verwertet werden. Ärgerlich für all die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die ihre Freizeit nun darauf verwenden müssen, den Müll zu trennen und zu entsorgen. Das verursacht Frust und Kosten!
Dabei ist es ganz einfach: Wer uns durch Sachspenden unterstützen möchte, kann diese zu den Ladenöffnungszeiten (dienstags 10 – 12 Uhr und donnerstags 15.30 – 17.30 Uhr) direkt vor Ort abgeben. Wem dies nicht möglich ist oder wer Zweifel hat, ob die Gegenstände benötigt werden, schreibt eine Mail an „spenden@asyl-st-leon-rot.de“. Bei Möbelspenden freuen wir uns über eine Mail an „moebel@asyl-st-leon-rot.de“.
Auf unserer Internetseite www.asyl-st-leon-rot.de ist jeweils aufgeführt, was gerade am dringendsten benötigt wird. Entsprechende Veröffentlichungen finden sich auch in den Gemeindenachrichten.
Um vorzubeugen, dass weiterhin zweifelhafte „Spenden“säcke und -kartons vor unserer Ladentür und neben unseren Mülltonnen (was bereits viel über den „Spender“ aussagt!) abgelagert werden, sehen wir uns gezwungen, diesen Bereich mit einer Kamera zu überwachen.
Bei allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die uns in der Vergangenheit mit sachgerechten Spenden unterstützt haben und hoffentlich auch in der Zukunft unterstützen werden, möchten wir uns recht herzlich bedanken.
WIR SUCHEN DRINGEND: Bettdecken - außerdem Kerzen und Kerzenreste. Damit werden Koch- und Wärmequellen für die Front in der Ukraine ehrenamtlich hergestellt.
Spende für Pickup4ukraine
Mission completed: Anfang Oktober fährt ein Konvoi mit 18, von Spendengeldern finanzierten, Fahrzeugen in die Ukraine. Sie sind bepackt mit medizinischem Material und selbst hergestellten Kerzen für den Fronteinsatz.
Was noch fehlte waren Einmalhandschuhe - diese spendet die BIA: Erika Ebel von der BIA übergab an Annette Ehrnsperger einen ganzen Kofferraum voll mit 6000 Einmalhandschuhen für Pickup4ukraine.
Wer sich beteiligen möchte, kann gerne einen Pack im Drogeriemarkt oder einer Apotheke kaufen und in unserem Laden abgeben. Wir leiten sie weiter!
Einladung zur Mitgliederversammlung
Termin: 15.10.2025, 19 Uhr
Ort: Seminarraum
im Harres-Veranstaltungszentrum,
An der Autobahn 60, St. Leon-Rot
Am Mittwoch, den 15 .Oktober, findet um 19 Uhr die Mitgliederversammlung unseres Vereines statt. Dieses Jahr stehen die Wahlen für die Vorstandsmitglieder auf dem Plan.
Karin Geis, 1. Vorsitzende, wird einen kurzen Rückblick über unsere Aktivitäten geben. Konrad Weinacht, Schatzmeister der BIA, legt seinen Rechenschaftsbericht ab und die Arbeitskreisleiter berichten über das zurückliegende Jahr. Außerdem informieren wir über den Umzug der Fahrradwerkstatt, den Umzug des Ladens und die Veränderungen, was die Nutzung unserer Vereinsräume anbetrifft.
Eingeladen sind alle Mitglieder und Interessenten.
Tagesordnung
- Begrüßung
- Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung
- Feststellung der Beschlussfähigkeit
- Bericht des Vorstandes für das abgelaufene Kalenderjahr
- Bericht des Schatzmeisters
- Bericht der Kassenprüfer
- Entlastung Vorstandschaft und Kasse
- Neuwahlen des Vorstandes
- Berichte aus den Arbeitskreisen
- Sonstiges
Anträge auf Ergänzung der Tagesordnung müssen bis eine Woche vor der Versammlung schriftlich beim Vorstand eingereicht werden, damit der Vorstand sie noch auf die Tagesordnung setzen kann.
Wir freuen uns, über zahlreiches Erscheinen und über eine kurze Anmeldung an vorstand@asyl-st-leon-rot.de
Die Vorstandschaft
September 2025
Ein Fest für die Schulanfänger
Der Schulanfang ist etwas Besonderes und ein Ereignis, das man nicht vergisst. Seit vielen Jahren schon würdigen wir das Ereignis mit einer gefüllten Schultüte.
Dieses Mal haben wir „unsere“ Schulanfänger mit einem kleinen Fest im SALERO darauf eingestimmt. Sieben Erstklässler sind gekommen und durften eine große Tüte mit nützlichen Geschenken, wie Wachsmalstifte, Wassermalkasten, Kunstmappe, Erstlesebücher und vieles mehr mit nach Hause nehmen. Die Kinder konnten mit ihren selbstgeschriebenen Namen auf unseren Tafeln schon die ersten Schreibkenntnisse unter Beweis stellen.
Bei Baklava, Kuchen, Laugengebäck und Getränken, die zum Teil mitgebracht wurden, gab es viele entspannte Gespräche und glückliche Kinder.
Dank an alle Helfer für Kuchenspenden, Hilfe bei der Orga sowie Besorgungen.
August 2025
Ukrainische Familie mit guter beruflicher Perspektive sucht Wohnung
„Wir wollten reisen und viele europäische Länder kennenlernen.“ Anna (40) ahnte nicht, wie bald sich ihr Wunsch erfüllen sollte, aber so ganz anders als erwartet. Vor 2½ Jahren mussten sie und ihr Mann Yuri (42), zusammen mit den Kindern Mark (9) und Sofiia (4), aufgrund der Auswirkungen des russischen Angriffskrieges ihre Eigentumswohnung auf der Halbinsel Krim aufgeben und fliehen. Über russisches Gebiet wollten sie nach Estland gelangen, wurden aber bange drei Tage lang an der Grenze festgehalten, bevor sie ausreisen durften. In einer rund 10tägigen Odyssee über erreichten sie Deutschland, wo sie letztendlich in einer Gemeindewohnung in Rot Unterkunft fanden.
Die fröhliche Sofiia besucht den Kindergarten und ihr Bruder Mark die Schule. Beide fühlen sich wohl in ihrer neuen Umgebung, auch wenn sie noch ein wenig mit der Sprache zu kämpfen haben. Ihre Eltern versuchen derzeit beruflich Fuß zu fassen. Beide sprechen hervorragend deutsch, wobei Yuri bereits die C1-Prüfung bestanden und Anna ihre Fachsprachprüfung gerade vor sich hat. Yuri war in seiner Heimat als Fachkraft für Wirtschaft und Informatik 11 Jahre lang Leiter der IT-Abteilung des Wirtschaftsministeriums, danach acht Jahre bei einer Beratungsfirma. Seine Frau kann auf 13 Jahre Erfahrung als Frauenärztin in einer Spezialklinik für komplikationsbehaftete Geburten zurückblicken. Während Yuri aktiv auf Arbeitssuche ist, muss sich Anna noch bis zur deutschen Anerkennung ihrer medizinischen Ausbildung gedulden. Sie hofft dann, eine Anstellung als Assistenzärztin zu finden.
Die sympathische Familie strahlt Ruhe und Optimismus aus. Sie fühlen sich wohl in Deutschland, die Menschen begegnen ihnen durchweg freundlich und das Verhältnis zu ihren Nachbarn ist ausgezeichnet. Yuri sucht als begeisterter Sportler derzeit Anschluss beim hiesigen Volleyballverein, sein Sohn trainiert als Judoka in Wiesloch. Außerdem singt Mark im Chor und liebt es, sich mit Lego zu beschäftigen. Musikalisch sind auch Anna (Klavier) und Yuri (Gitarre) veranlagt, während Sofiia am liebsten auf ihrem Fahrrad unterwegs ist.
Am meisten vermissen sie – wenig verwunderlich – ihre zurückgelassenen Familienangehörigen sowie Sonne und Meer. „Aber es gibt ja einen wunderschönen See in St. Leon“, lacht Anna das Heimweh weg.
Weitaus schwieriger gestaltet sich die Wohnsituation. Sie müssen sich die Wohnung mit einer weiteren dreiköpfigen Familie aus der Ukraine teilen, besitzen nur zwei Räume für sich alleine und nutzen Küche und Wohnzimmer gemeinsam mit ihren Mitbewohnern. Daher hoffen sie, bald eine bezahlbare 3-4 Zimmerwohnung hier im Ort zu finden.
„Wir sind freundliche und zuverlässige Menschen“, versichert Anna, „zukünftige Vermieter werden keine Probleme mit uns bekommen.“
Wer dieser Familie helfen möchte, kann sich jederzeit mit unserem Verein in Verbindung setzen: vorstand@asyl-st-leon-rot.de
Ferien im Laden
Ferienzeit ist Urlaubszeit auch bei uns im Laden. Unser Laden in der Hauptstr. 113 hat von Donnerstag, den 31.07. bis zum 01. September geschlossen.
Ab Dienstag, den 02.09. ist wieder geöffnet.
Juli 2025
Spende des TUI ReiseCenters in Rot

Am
Montag, den 28. Juli durfte unsere Vorsitzende Karin Geis eine Spende des TUI ReiseCenters in Rot für unseren Laden entgegennehmen.
Es handelte sich hierbei um mehrere Kartons mit DIN A4 Ordnern und wunderschöne Dekoartikel aller Art, die unseren Kunden sicherlich viel Freude bereiten werden.
Die BIA bedankt sich recht herzlich bei Frau Querner, der Verkaufsbüroleitung bei TUI, und ihrem Team für die Spende.
Ehrenamtstreffen im Bellissimo
Am 2. Juli haben sich über 20 Ehrenamtliche zum Austausch getroffen, auch einige neue Aktive konnten von Karin Geis, unserer 1. Vorsitzenden, im Bellissimo begrüßt werden. Karin hielt einen kleinen Rückblick und Ausblick über die Aktivitäten des Vereins und insbesondere unseres Ladens. Ute von Hahn, verantwortlich für das Thema Deutschlernen, informierte über aktuelle Kurse und Bedarfe. Sie konnte schöne Erfolge vermelden, da nun mit Unterstützung des Ehrenamtes einige der SchülerInnen das B1-Zertifikat erreicht haben, der „Meilenstein“ beim Deutschlernen. Das B1-Niveau ist die Basis für eine Ausbildung und die Voraussetzung, um einen Daueraufenthalt bzw. eine Einbürgerung zu erlangen. Weitere Ehrenamtliche für Nachhilfe und Einzel-Deutsch-Förderung werden gesucht. Tobias Rehorst, der gemeinsam mit Erika Ebel den Arbeitskreis Patenschaften betreut, vermeldete auch Positives: eine recht neue eritreische Familie konnte mit einer Patin versorgt werden und für die neue afghanische Familie gibt es auch bereits jemanden, der individuell unterstützen kann. Es folgte Gabi Dörflinger mit dem Thema PR und Kommunikation – hier ist seit einigen Wochen Jörg Hofer aktiv, der bereits einige Artikel veröffentlicht hat.
Elvira Maga, 2. Vorsitzende, berichtete von der Teilnahme an der „Woche der Vielfalt“ mit einem Kochevent. Einen Abend lang schnippelten und kochten geflüchtete Frauen Gerichte aus der Heimat für die vorab angemeldeten Teilnehmer. Das Interesse war sehr groß und das Event ausgebucht, sodass eine Wiederholung befürwortet wurde. Thema war auch das im nächsten Jahr stattfindende 10-jährige Jubiläum sowie weitere Beratungsmöglichkeiten für Geflüchtete, die nicht mehr vom Gemeindeteam betreut werden.
Juni 2025
Die Gesichter hinter BIA – heute: Svitlana und Anatolij aus der Ukraine


„Und dann kam der Krieg!“ - Anatolij (63) hält inne, schaut mich abwartend an. Er und seine Frau Svitlana (57) sitzen mir gegenüber und erzählen mir aus ihrem Leben. Svitlana hat sich mittlerweile zur „guten Seele“ im BIA-Laden entwickelt. „Ich weiß gar nicht, was ich manchmal ohne sie machen würde“, schwärmt 1. Vorsitzende Karin Geis. Svitlana macht die Arbeit Spaß. Neben dem Laden in Rot engagiert sie sich auch noch bei der Tafel in Walldorf. In ihrer Heimat hat sie in einer Änderungsschneiderei und als Verkäuferin in einem Damenbekleidungsgeschäft gearbeitet. Anatolij greift nach ihrer Hand, lächelt sie an: „Dann hat mir meine Frau eine Tochter geschenkt und musste nicht mehr arbeiten.“
Anatolij selbst ist anpacken gewohnt. Nachdem der Traum von einer Profikarriere im Kartrennsport geplatzt war, erzielte er im Fernstudium einen Abschluss als Elektrotechniker. Als solcher fand er Arbeit beim Militär und in Autowerkstätten. Wenn es mal nicht so lief, verkaufte er Äpfel auf dem Markt oder arbeitete bei einem Schlüsseldienst. Zuletzt kehrte er wieder in sein eigentlich Fach bei einer Heizungsfirma zurück. - Und dann kam der Krieg! Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf sein Heimatland floh er mit seiner Familie aus Charkiw. Dort hatten sie in Anatolijs Elternhaus gelebt. „Ich weiß, dass dort nur noch die Küche steht. Ich muss alles wieder aufbauen, wenn wir zurückkehren!“ erzählt er mit unerschütterlichem Optimismus.
In Rot fanden sie relativ schnell eine Wohnung, in die jedoch zunächst ihre erwachsene Tochter mit Ehemann und Kind einzog. Die Tochter wiederum knüpfte Kontakte zu einer weiteren Roter Familie, die ihre Eltern bei sich unterbringen konnte. „Unsere Vermieter und ihre Familie sind super!“ erzählt Anatolij strahlend. Lediglich dass diese sich räumlich einschränken mussten, um ihnen ein Zuhause zu bieten, bedrückt ihn und seine Frau ein wenig.
Ihre Tochter verwirklichte hier schließlich ihren lange gehegten Traum und beantragte erfolgreich eine Green Card für die USA. Als freiberufliche Fotografin lebt sie mittlerweile mit Mann und 4-jähriger Tochter – 17 Flugstunden entfernt – auf Hawaii. „Sie und meine Enkelin vermisse ich am meisten,“ sagt Svitlana traurig. „Uns bleiben momentan nur Video-Telefonate“.
In Rot gefällt es den beiden: „Die Menschen sind sehr freundlich zu uns. Wir fühlen uns wohl hier.“ Anatolij hat als Hausmeister in einer Wieslocher Schule eine Arbeit gefunden, die ihm Freude macht. Die größte Schwierigkeit für beide ist nach wie vor die deutsche Sprache, aber sie besuchen Sprachkurse und kommen immer besser zurecht. Am Ende erzählt mir Svitlana: „Nächstes Jahr kommt uns unsere Tochter mit Familie besuchen – vielleicht schon Ende dieses Jahres!“ und dann geht ein Strahlen über ihr Gesicht, dass einem das Herz aufgeht!
Eine Wohnung für eine eritreische Familie gesucht!
„Wir sind glücklich in St. Leon-Rot und froh, dass wir uns hier zuhause fühlen. Unsere Tochter geht gerne in den Kindergarten und wir haben viele Freunde, die uns unterstützen sowie eine Arbeit, mit der wir unser Leben bestreiten können“, so Yordanos, die mit ihrer Vier-köpfigen Familie seit einigen Jahren in unserer Gemeinde lebt. Yordi, wie sie von den meisten genannt wird, ist eine Powerfrau, die im letzten Jahr, trotz Kleinkind und Schwangerschaft, ihre Ausbildung zur Pflegehelferin in einer ortsansässigen Einrichtung abgeschlossen hat. Sie hilft sofort, wenn sie gebraucht wird in unserem Verein, sei es im letzten Jahr beim 50-Jahre Gemeindefest oder als Köchin bei unserem Event „Vielfalt schmecken“:
Trotz den menschenrechtswidrigen Verhältnissen in Eritrea und ihrer gefährlichen Flucht durch die Wüste und über das Mittelmeer sind das Paar Yordanos und Daniel ein Beispiel für Optimismus und den unbedingten Willen, es in Deutschland schaffen zu wollen. „Ein Zurück wird es nicht geben“, so Daniel. Er arbeitet bei einer Gipserfirma im Ort. Beide sprechen gut deutsch, sind bei Arbeitskollegen und Vorgesetzten beliebt und haben sich vorbildlich integriert.
Sie leben seit sieben bzw. acht Jahren in Deutschland und seit etwa fünf Jahren in St. Leon-Rot. Mit ihren beiden Kindern (4 Jahre/4 Monate) wohnen sie in einer inzwischen zu kleinen Wohnung. Sie möchten gerne hier wohnen bleiben: „Für mich ist es wichtig, dass ich keinen weiten Weg zur Arbeit habe, da ich früh anfange. Da nun das zweite Kind da ist, brauchen wir eine größere Wohnung – drei Zimmer wären ideal, damit wir langfristig uns ein neues Zuhause schaffen können“, so Daniel.
In Eritrea herrscht seit über 30 Jahren der Diktator Asayas Aferkwi. Armut, Hunger, Folter, Misshandlungen, willkürliche Inhaftierung, Militärdienst für Frauen und Männer, der bis zum 65. Lebensjahr dauern kann, bestimmen das Leben. Laut Amnesty International sind tausende politische Häftlinge inhaftiert, viele Verhaftungen geschehen willkürlich. Die Bedingungen in den Lagern und Militärgefängnissen sind unmenschlich. Deshalb verlassen viele, vor allem junge Menschen, das Land. Im Rhein-Neckar-Kreis sowie in St. Leon-Rot gibt es eine Community von eritreischen Menschen, die aus dem, wie es auch genannt wird, „Nordkorea Afrikas“ kommen. Eritreer, die in Baden-Württemberg einen Asylantrag stellen, erhalten in der Regel ein Aufenthaltsrecht.
Yordanos und Daniel sind auf dem Weg sich in Deutschland einen Daueraufenthalt zu erarbeiten, die Bedingungen sind demnächst erfüllt. Alles, was zu ihrem Glück fehlt, ist eine Wohnung. Deshalb bitten wir um Unterstützung und sind für jeden Tipp dankbar.
Dringend gesucht:
3-Zimmer-Wohnung in St. Leon-Rot. Wir helfen gerne bei der Vermittlung und unterstützen bei Fragen. Bitte E-Mail an: vorstand@asyl-st-leon-rot.de
Mai 2025
Ein voller Erfolg: Kochabend "Vielfalt schmecken - Köstliches aus dem Orient"
Düfte wie aus 1001 Nacht zogen an einem Freitagabend Mitte Mai durch die ansonsten eher nüchtern anmutende Lehrküche der St. Leoner Mönchsbergschule und verströmten einen Hauch von Orient. Zwei Dutzend Entdeckungsreisende waren fest entschlossen, sich neue Genusshorizonte zu erschließen unter dem Motto: „Vielfalt schmecken – Köstliches aus dem Orient“. Schon die Rezepte weckten bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern große Erwartungen: Tabouleh aus Syrien, Falafel aus dem Irak, Tsada Sga aus Eritrea als Hauptspeisen, Schafskäsekompositionen und Ofengemüse als Beilagen sowie Baklava (Irakische Variante) und Erdbeerquark als Dessert.
Nach der Begrüßung durch die 1. Vorsitzende Karin Geis und einer kurzen Vorstellungsrunde der Helfer ging es auch gleich zur Sache: Unter der fachkundigen Anleitung des Profikochs Kurt Trunk wurde nach Originalrezepten aus den Heimatländern unserer Geflüchteten voller Eifer geschnippelt, gedünstet, gebraten, geknetet, gefüllt und angerichtet. Schließlich konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer voller Stolz ein üppiges Buffet aufbauen, das auf der weitläufigen Anrichte gerade so Platz fand. Abgerundet wurde das Angebot durch orientalischen Schwarztee und regionalen Weißwein.
An der von Elvira Maga perfekt eingedeckten und liebevoll dekorierten Tafel fanden alle Hobbyköchinnen und -köche bestens gelaunt zu einem gemeinsamen Festmahl zusammen, so dass es am Ende nur zufriedene Mienen, anerkennende Blicke und glückliche Gesichter gab - alles schmeckte ganz vorzüglich!
Elvira Maga, die diesen Abend zusammen mit Karin Geis organisiert hatte, gebührt ein ganz herzliches Dankeschön, ebenso wie allen Helferinnen und Helfern, darunter insbesondere Kurt Trunk, sowie allen unseren Gästen.
Besonders schön: Nicht nur die Kochtöpfe waren prall gefüllt, sondern auch in den Spendentopf wurde großzügig eingezahlt – und zwei der Teilnehmer waren so begeistert, dass wir sie gleich als neue Mitglieder bei BIA begrüßen durften!
Der Kochabend fand im Rahmen der „Wochen der Vielfalt“ statt und war in kürzester Zeit ausgebucht. „Wir hätten locker zwei Veranstaltungen bestreiten können, so groß war die Nachfrage!“ verriet die 1. Vorsitzende Karin Geis. Insofern drängt sich die Frage auf: „Warum gibt es solche Veranstaltungen nicht häufiger?“ - Karin Geis: „Es fehlt uns schlicht und ergreifend an Helfern, ohne die eine solche Veranstaltung nicht gelingen kann. Über einen Mangel an passiven Mitgliedern können wir nicht klagen, es sind die zupackenden Hände, die uns fehlen!“
Wer sich angesprochen fühlt und sich vorstellen kann, ein paar Stunden seiner Freizeit zu investieren, ist im Kreise der BIA herzlich willkommen. Es werden aktive Helfer gesucht, die unsere wichtige Arbeit unterstützen. Ansprechpartner finden sich im Laden in der Hauptstraße 113 oder schicken Sie uns eine Mail an: vorstand@asyl-st-leon-rot.de!
Hier der Link zum Rezepte-pdf
Infostand beim Kindergarten St. Nikolaus
Am vergangenen Sonntag waren mit einem Infostand im Kindergarten dabei. Wir präsentierten uns mit Infomaterial und einem Mal-Spiel, an dem die Kleinen großes Interesse zeigte. Wir informierten über unsere Arbeit und unsere Angebote, wie z.B. Familienpatenschaften oder Sprachunterricht. Auf dem Foto sind von links: Karin Geis, Ute von Hahn und Elvira Maga.